Paul Maier blickte zufrieden in die Runde, als er die beiden Bierkästen auf den Tisch im „roten Hahn“ stellt. Es ist seine erste Amtshandlung als frisch gekürter Narro der diesjährigen Fasnacht. Die Geltentrommler, Hansele und Ranzengardisten der Narro-Zunft Waldshut applaudieren dem Ehrenträger. Die Musikkapelle St. Florian stimmt im Feuerwehrhaus auf dem Johannisplatz „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ an.

20 Minuten zuvor stand Paul Maier auf dem Brunnen vor dem Oberen Tor in der Kaiserstraße. Es war das Finale des seit 2003 stattfindenden Narro-Auswürfelns, sein letzter Gegner war Narrenrats-Mitglied Robert Zimmermann.

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet"

Die Regeln sind einfach: Es wird gegeneinander gewürfelt, und die kleinste Augenzahl gewinnt. Mit einer Gesamtwürfelzahl von neun Augen behielt der 24-Jährige die Oberhand. Kontrahent Zimmermann brachte es mit dem letzten Wurf auf zehn Augen.

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, es ist eigentlich ein Glücksspiel", sagte der frischgebackene Amtsinhaber, der mit seinem Sieg Marius Müller als Narro ablöst. Zuvor wurde, wie es der Brauch vorschreibt, Mehlsuppe im Rheinischen Hof gegessen. In einem Fackelzug zogen die Fasnachtsgestalten, angeführt vom Musikzug St. Florian, die Kaiserstraße entlang.

Älteste Fasnachtsfigur

Der Narro gilt als älteste Fasnachtsfigur. Als Oberhaupt der Hansele ist es sein Auftrag, für die Beschaffung der Saublodere und bei Umzügen für Ordnung zu sorgen. Mit zwei weißen Fuchsschwänzen geschmückt und mit einer Chrisichratte (Weidekorb) ausgestattet, beginnt für Paul Maier nächste Woche am Schmutzige Dunschtig seine Pflicht.

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