Unter Dach und Fach ist der neue Kooperationsvereinbarung zwischen den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren des Landkreises Waldshut, eine Vereinbarung, die unter das Motto "Miteinander Verantwortung übernehmen" gestellt wurde. Im feierlichen Rahmen und mit vielen Gästen wurde das Vertragswerk in der Carl-Heinrich-Rösch-Schule in Tiengen von Landrat Martin Kistler, Schulamtsdirektor Helmut Rüdlin, Caritas- Geschäftsführer Martin Riegraf und den Schulleitern der beteiligten Schulen unterzeichnet.

In der Vereinbarung wird auch das Prinzip der Inklusion, die Einbindung behinderter Kinder in den Betrieb der allgemeinbildenden Schulen, als grundlegenden Baustein verankert. Umgesetzt werden damit auch die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention, allen Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den allgemeinbildenden Schulen vor Ort zu ermöglichen, ihnen andrerseits aber auch die Wahl zu lassen, eine spezielle, sonderpädagogische Einrichtung zu besuchen.

"Alles ist komplexer und vielseitiger geworden", sagte Rektor Roland Zettel Kreide bei der Begrüßung. "Auf diese Entwicklung müssen wir reagieren und dabei versuchen, die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen." Benjamin Schock, Rektor der Langensteinschule, freute sich, die Vertreter aller beteiligten Schulen begrüßen zu können. "Unser Ziel ist es, die Qualität der sonderpädagogischen Leistungen in unserem Landkreis zu verbessern".

Er verwies auf die Gesprächsrunden, die bisher stattgefunden hatten, um effiziente Strukturen für die neue Form der Zusammenarbeit zu schaffen und Synergieeffekte zu erzielen. Landrat Martin Kistler bezeichnete die Vereinbarung als einen weiteren Schritt, allen Kindern, auch denen mit Behinderung, eine größere Teilhabe an der Gesellschaft und an der Arbeitswelt zu ermöglichen. "Inklusion ist inzwischen ein zentraler Bestandteil unseres Bildungssystems", sagte der Leiter des Staatlichen Schulamtes Helmut Rüdlin. "Sie bietet die Freiheit, zwischen einer allgemeinbildenden Schule und einer sonderpädagogischen Einrichtung zu wählen." Er verwies auf den Auftrag, sonderpädagogische Leistungen auch dezentral anzubieten und wohnortnahe, passgenaue Lösungen anzustreben. "Angebote, die nur durch eine engere Kooperation erbracht werden können", sagte er. Ziel sei es, Leistungen aus einem Guss anzubieten, "das Gelingen der Inklusion ist für uns ein zentrales Ziel". Verbunden damit sei der Auftrag zur Weiterentwicklung der bisherigen Angebote. Wichtige Voraussetzung für das Gelingen sei eine gute personelle Ausstattung, das sei aber Sache des Landes. Martin Riegraf meinte: "Wir fühlen uns als Juniorpartner der neuen Kooperation. Wir haben jetzt das Gefühl, etwas mehr im Landkreis angekommen zu sein."