Waldshut – Abschluss und gleichzeitig glanzvoller Höhepunkt der internationalen Orgelwoche in der Versöhnungskirche Waldshut war das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen der evangelischen Kantorei Hochrhein unter der Leitung von Bezirkskantor Matthias Flierl. Rund 250 begeisterte Besucher erlebten ein imposantes Musikszenario, das vom Chor mit über 60 Sängern und einem Instrumentalensemble dominiert wurde. Hinzu kamen zwei Orgeln, eine Begleitorgel und die Hauptorgel, ein Instrument von Marc Garnier. Zum Instrumentalensemble gehörten zwei Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und Oboe.

Die Orgeln wurden von der Japanerin Aki Noda und Matthias Flierl gespielt. Die Japanerin absolvierte ihr Musikstudio in Tokio, kam anschließend nach Europa und studierte in Basel, wo sie inzwischen an Konzerten mitwirkt und als Hauptorganistin an der Gellertkirche tätig ist. Für einen besonderen Höhepunkt sorgte die Mezzosopranistin Sunniva Eliassen aus dem norwegischen Tromsö, die unter anderem ein Studium an der Musikhochschule in Lübeck absolvierte und sich dabei auf Oratorien- und Konzertgesang spezialisierte. Inzwischen ist sie eine gefragte Solistin bei der Aufführung von Passionen, Messen und Oratorien. Auch bei ihrem Konzertauftritt in Waldshut wurde sie ihrem Ruf als stilistisch erfahrene, hochmusikalische Sängerin mit interessantem Timbre und enormer Ausstrahlung gerecht. Sie sang zwei Kantaten, „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ von Bach und „Liebe, die vom Himmel stammet“ von Telemann.

Für ein rundum gelungenes Konzert sorgten auch die übrigen Instrumentalisten, Mojca Gal (erste Violine), Anna Amstutz (zweite Violine), Vadym Makarenko (Viola), Bernadette Köbele (Violoncello), Darija Andzakovic (Kontrabass) und Amy Power (Oboe). Auf dem Programm standen klassische geistliche Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel und ein moderneres Werk von Bejamin Britten (1913 bis 1976). Der Chor interpretierte zwei Motetten von Bach, mit klaren Stimmen, herrlich fließend, im barocken, polyphonen Stil: „Lobet den Herrn, alle Heiden“ und „Früchte Dich nicht“, dann das „Festival Te Deum“ und „Jubilate Deo“ von Benjamin Britten, zwei Werke mit ungewöhnlicher Dynamik und vielen stilistischen Feinheiten. Beim B-Dur Orgelkonzert von Händel gaben die Instrumente den Ton an und sorgten für ein brillantes Wechsel- und Zusammenspiel zwischen dem Ensemble und der Orgel, gespielt von Matthias Flierl.