Das Festival „Kirchenmusik grenzenlos“ wurde zum zweiten Mal mit der Orgelnacht in der Waldshuter Kirche Liebfrauen eröffnet. Entstanden ist die Veranstaltungsreihe 2015 im Zusammenhang mit dem Musikwettbewerb des Medienhauses SÜDKURIER und der Sparkasse Hochrhein.

Besonders erfreulich für die Veranstalter war der gute Besuch der drei Konzertteile „Bläserensemble und Orgel“, „Klangrausch und Meditation“ sowie „vier Hände und vier Füße“. Zum Kantoren-Ehepaar der Liebfrauenkirche Anne Roosmann und Oliver Schwarz-Roosmann (Orgel) gesellten sich der Kantor an der evangelischen Versöhnungskirche Matthias Flierl (Orgel), der stellvertretende Musikschulleiter und Verbandschorleiter des Chorverbands Hochrhein Eckhard Kopetzki (Trompete), das junge Bläserensemble „Clazz Brass“ der Musikschule Südschwarzwald mit David Boll und Nathan Lauer (Trompete), Christof Kramer (Waldhorn) und Constantin Bertrams (Posaune) sowie Liebfrauen-Paukist Thomas Scheibel.

Stellvertretend für drei Stunden hochwertigen Hörgenuss werden drei Werke erwähnt: Als Zugabe wiederholte Matthias Flierl die virtuose Toccata aus der „Suite gotique“ von Léon Boellmann und traf mit einem der beliebtesten Werke für Orgel überhaupt den Publikumsgeschmack. Dabei war ihm die Spielfreude anzusehen. „Es ist eine Lust, gemeinsam zu spielen, nur muss man sortieren, wer die Hände oben oder unten hat, bisweilen hat der Partner die Finger dort, wo die eigenen sein sollen“, beschrieb Oliver Schwarz-Roosmann den dritten Konzertteil, den er mit seiner Frau auf der Winterhalter-Orgel mit drei Manualen, 45 Registern und 3049 Pfeifen spielte.

Ohne den Spieluhr-Charakter von Ludwig van Beethovens „Adagio für die Flötenuhr“ zu verändern, gelang es beiden durch Agogik und Akzente, der Automaten-Musik Leben einzuhauchen. Synagogengesänge in freier Rhythmik ähnlich des Lichteinfalls eines Marc-Chagall-Fensters interpretierte Eckhard Kopetzki zu Anne Roosmanns Hymnus aus der russisch-orthodoxen Liturgie in Petr Ebens „Okna: Levi, das goldene Fenster“. Dabei hielten die geerdeten Orgeltöne den Zuhörer in der Komfortzone, während die Trom-pete ihn in Richtung Licht verführte.


Weitere Termine:
18. Oktober, 10 Uhr, Orgelkonzert „Schneewittchen“ für Kindergartenkinder
22. Oktober, 12 Uhr, Friedensgebet mit der Singschule DoReMi