„Die Schlücht wird ein völlig neues Gesicht bekommen“, sagte der Vorsitzende des Angelsportvereins Gurtweil, Uwe Pettke, zu den im Juni begonnenen Baumaßnahmen. Und bereits jetzt ist auch für die vielen Spaziergänger deutlich zu erkennen, wie sich das „Hausgewässer Gurtweils„ verändert hat.

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Hintergrund ist die Vorgabe der europäischen Wasserrichtlinien, die nun durch die Gewässerdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg umgesetzt wurden. Dadurch soll eine bessere Durchwanderbarkeit der Schlücht für Fische und andere Wassertiere erreicht und der ökologische Zustand des Gewässers wiederhergestellt werden.

An der Stelle, wo im Mai beim Entenrennen in der Schlücht die gelben Quietsche-Tierchen über die Abstürze dem Ziel entgegenschwammen, dort wurde in den letzten Monaten ein neues Schlüchtbett geschaffen.
An der Stelle, wo im Mai beim Entenrennen in der Schlücht die gelben Quietsche-Tierchen über die Abstürze dem Ziel entgegenschwammen, dort wurde in den letzten Monaten ein neues Schlüchtbett geschaffen. | Bild: Alfred Scheuble

Projektleiter Thorsten Bähr vom Regierungspräsidium Freiburg, Landesbetrieb Gewässer mit Dienstsitz in Bad Säckingen teilte jüngst mit, dass bereits zwei der drei Abstürze (bis zu drei Meter Höhe) und zwei von drei Schwellen (bis zu einem Meter Höhe) rückgebaut wurden.

Danach wurde das Schlüchtbett als Raugerinne ausgebildet. Zur Sicherung des Raugerinnes wurden in das Fließgewässer wechselnd ein- und zweireihigen große Störsteine jeweils in einem Abstand von 5,40 Meter befestigt, um die das Schlüchtwasser fließt.

Zur Sicherung des neu angelegten Raugerinnes in der Schlücht wurden in das Fließgewässer wechselnd ein- und zweireihigen große Störsteine jeweils in einem Abstand von 5,40 Meter befestigt, um die jetzt das Schlüchtwasser mäandert.
Zur Sicherung des neu angelegten Raugerinnes in der Schlücht wurden in das Fließgewässer wechselnd ein- und zweireihigen große Störsteine jeweils in einem Abstand von 5,40 Meter befestigt, um die jetzt das Schlüchtwasser mäandert. | Bild: Alfred Scheuble

Laut Planvorgaben der Wasserschutzbehörde wollte man zwar die Arbeiten noch in diesem Jahr abschließen. Aber aufgrund der Fischschonzeit muss der Flussbau spätestens Mitte Oktober eingestellt werden. Das heißt, dass der verbleibende Absturz sowie die verbleibende Schwelle erst ab anfangs Juni 2020 umgestaltet werden können.

Dennoch wird der vorgegebenen Kostenrahmen (245 000 Euro) voraussichtlich eingehalten werden können, so die Aussage des Projektleiters. Um die Durchgängigkeit des Flusses zu erreichen sind keine weiteren Maßnahmen des Landesbetriebs Gewässer geplant. Mögliche Verbesserungen der Gewässerstruktur im Unterlauf der Schlücht bis hin zur Einmündung in die Wutach werden im Rahmen der Umsetzung des Dammertüchtigungsprogramms geprüft.