Neue Bäume braucht das Land – dies dachte sich auch die Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen und pflanzte in den vergangenen zwei Wochen 44 Bäume in der Stadt. Sie waren unter anderem als Ersatz für erkrankte Bäume gesetzt worden. Die meisten Bäume waren entweder von holzzersetzenden Pilzen befallen oder hatten irreparable Trockenschäden. Bei der Stadthalle Tiengen mussten einige Bäume wegen der Verlegung der Bushaltestelle gefällt werden, nennt Bernd Kramm, Leiter der Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen, einen weiteren Grund für die große Pflanz-Aktion.

Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei pflanzen gerade ein Burgen-Ahorn im Birkenweg in Waldshut.
Die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei pflanzen gerade ein Burgen-Ahorn im Birkenweg in Waldshut. | Bild: Verena Wehrle

Die meisten Bäume wurden bei der Stadthalle Tiengen mit sieben Sommerlinden der Sorte Örebroe und einem Zierapfel Evereste gepflanzt. Auch die Ortsteile Gurtweil und Eschbach bekamen neue Bäume. Die Vielfalt der neuen Pflanzen ist mit 17 verschiedenen Arten groß und reicht von der Hainbuche über die Magnolie und den Nussbaum bis hin zur Esskastanie. Wichtige Kriterien bei der Auswahl der Arten seien Stadtklimafestigkeit, Kronenform und Aufwand für die Baumpflege, sagt Kramm. "Wir achten auf ein breites Sortiment an Arten und Sorten. Dabei sind einheimische Baumarten wie der Feldahorn, die Mehlbeere oder Sorten der Winterlinde als Stadtbaum nur bedingt geeignet."

In Reih und Glied liegen die Bäume bereit für ihren neuen Standort.
In Reih und Glied liegen die Bäume bereit für ihren neuen Standort. | Bild: Verena Wehrle

Zwischen acht und neun Baumpflanzungen schafften die drei Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, zwei Männer und eine Frau, an einem Tag. Zuerst erfolgte das Ausheben der Pflanzgrube, die mindestens eineinhalb Mal so groß wie die Wurzel selbst sein sollte. Dann wurde der Baum hinein gehievt und in die gewünschte Position gebracht. Steht er auch wirklich gerade? Die Stadtgärtner orientieren sich für diese Justierung gerne an Straßenlaternen oder Häuserwänden. Dann errichteten sie einen Dreibock. Dazu setzten sie drei Holzpfähle im gleichen Abstand zum Baum sowie zueinander im Dreieck und schlugen sie mit einer Baumpfahlramme ein. Mit Stricken befestigten sie dann den Baum am Dreibock. Dieser Dreibock dient dazu, dass der Baum stabil steht und auch starkem Wind und Wetter trotzen kann.

Die Stadtgärtner sägen einen Balken für den Dreibock ab.
Die Stadtgärtner sägen einen Balken für den Dreibock ab. | Bild: Verena Wehrle

Übrigens: Auch Bäume brauchen Sonnencreme. Alle Bäume, die die Stadtgärtnerei einpflanzt, sind an ihren Stämmen mit einer speziellen weißen Stammschutzfarbe bemalt. Diese beinhaltet Kautschuk, damit die Stämme auf der West- oder Südwestseite nicht durch zu starke Sonneneinstrahlung Risse bekommen, sagt Kramm. Dies sei vor allem bei Linden, Ahorn und Eschen ein großes Problem. Bernd Kramm erklärt das folgendermaßen: Wenn ein Baum natürlich wachse, beschatte er sich durch seine niedrighängenden Äste selbst. Die an der Straße gepflanzten Bäume haben allerdings nur obenstehende Äste, damit die Sicht für die Verkehrsteilnehmer gewährleistet wird. Diese Bäume werden extra dafür gezüchtet.

Das könnte Sie auch interessieren