Wer nachts auf dem Dachboden lautes Poltern und viel Krach wahrnimmt, hat entweder schlecht geträumt, ist Komparse in einem Horrorfilm oder hat einen unerwünschten Obermieter. Im Falle dieses Autors ist – gnädigerweise – letzteres der Fall.

Krach sorgt für Gesprächsstoff

Seit Wochen sorgt das nächtliche Gewusel auf dem Dachboden der Wohngemeinschaft (WG) in Waldshut-Tiengen für Gesprächsstoff bei den WG-Bewohnern. Theorien wie Ratten, Steinmarder und Mäuse wurden aufgegriffen – die Meinungen gingen auseinander. Leider ist kein Experte für so eine Thematik in der Wohngemeinschaft vorhanden, sondern nur ein Zeitungs-Volontär, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Politik und eine Doktorin der Physik aus Russland, weshalb die Kommunikation untereinander hauptsächlich auf Englisch stattfindet – was Diskussionen über biologische Fachtermini nicht gerade vereinfacht. Ein Blick auf den Dachboden war aufgrund einer Verriegelung auch nicht möglich, und so akzeptierte die WG den mietfrei wohnenden Obermieter, da er – außer ordentlich Krach während der Nachtstunden – keinen Ärger machte.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Eines Abends sollte sich das Rätsel dann lösen, als nachts auf dem Türrahmen im Bad ein kleines graues Lebewesen – das dieser Autor als Maus identifizierte – saß und erfolglos versuchte, den Dachboden über die lückenlos abschließende Holzdecke zu erreichen. Es ergaben sich verschiedene Lösungsansätze der einzelnen Mitbewohner: Der wissenschaftliche Mitarbeiter schlief schon tief und fest, der Zeitungs-Volontär kam mit einem Putzeimer und die Physikerin hatte einen Turnschuh in der Hand. Schließlich einigte man sich auf die sanfte Variante und fing den Obermieter ein, ließ ihn zum Fenster hinaus und sah ihn noch an der Hauswand zum Dachboden huschen.

Ein Siebenschläfer (Glis glis) schaut aus einer Baumhöhle (Archivfoto).
Ein Siebenschläfer (Glis glis) schaut aus einer Baumhöhle (Archivfoto). | Bild: Tilgner (dpa)

Als kurz darauf der Lärm über unseren Köpfen zurückkehrte, war klar, dass man soeben Nachbarschaftshilfe betrieben hatte. Bei einer Bildersuche im Internet stellte sich die "Maus" übrigens als Siebenschläfer heraus. Spöttische Bemerkungen zu den mangelnden Kenntnissen des Autors über heimische Lebewesen können gerne unter der E-Mail-Adresse maximilian.halter@suedkurier.de geschickt werden.