Droht Autopendlern zwischen Tiengen und Waldshut bald ein zweites Verkehrshindernis? Während bei der Sanierung der Waldshuter Kolpingbrücke noch kein Ende abzusehen ist, plant der Landkreis eine zweite Brückensperrung – in Tiengen, auf der Kreisstraße in Richtung Gurtweil. Eine zeitliche Überschneidung beider Baumaßnahmen könnte vor allem in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends für den Berufsverkehr weiteren Stau bedeuten.

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Im Kreistag versprach Landrat Martin Kistler auf eine Nachfrage der Tiengener SPD-Stadträtin Sylvia Döbele, dass sich die Kreisverwaltung wegen der möglichen Überschneidung mit der Stadt in Verbindung setzen wird. Ab Mai soll die Baustelle in Tiengen laufen. Die Sanierung der Kolpingbrücke zwischen Bundesstraße 34 und Nordstadt in Waldshut sollte laut Ankündigung bis „mindestens Mai“ dauern, nach neuen Informationen aus dem Waldshut-Tiengener Gemeinderat sind die Arbeiten aber erst im November 2019 beendet. Für den innerstädtischen Verkehr von Tiengen nach Waldshut, der den Lastwagenstau auf der Bundesstraße umfährt, bedeutet die Dauerbaustelle seit dem vergangenen Sommer eine kleine Stadtrundfahrt in Waldshut.

Arbeiten an Verkehrssicherheit

Bei der Straßenbrücke der Feldbergstraße über die Bahnstrecke in Tiengen ist laut Landratsamt die Verkehrssicherheit nicht mehr voll gewährleistet. Obwohl die Baumaßnahme großräumig ausgeschrieben war, zeigten nur zwei Firmen Interesse an der Erneuerung des Bauwerks aus dem Jahr 1964. Der Kreistag vergab den Auftrag einstimmig für 584 000 Euro an eine Bieterin in Titisee-Neustadt, 150 000 Euro billiger als das zweite Angebot. Die Hochschwarzwälder liegen damit sogar unter der Summe, die ein Ingenieurbüro vor zwei Jahren im Auftrag des Landkreises geschätzt hatte. Zur Vergabesumme kommen Nebenkosten, so dass die Straßenbaubehörde von 600 000 Euro Gesamtkosten ausgeht.

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Die heutige Brücke stammt aus dem Jahr 1964. Laut Verwaltung ist das Geländer nicht mehr vorschriftsmäßig, Brückenkörper, Belag und Fahrbahnübergänge weisen Schäden auf. Bei der Sanierung werden die Kappen auf beiden Seiten ersetzt. Auf der Nordseite wird der Gehweg mit 1,50 Metern Breite aufgenommen, auf der Südseite der Geh- und Radweg mit 2,50 Metern. Die Kappen werden für die bevorstehende Elektrifizierung geerdet.

210.000 Euro Zuschuss

Bei der Finanzierung profitiert der Landkreis Waldshut als Baulastträger der Kreisstraße vom Kommunalen Brückensanierungsfonds des Landes Baden-Württemberg, das über mehrere Jahre 84 Millionen Euro bereitstellt. Aus Stuttgart erwartet das Landratsamt 210 000 Euro Zuschuss.

13 Brücken in Tiengen

  • Die Sanierung: 55 Jahre alt ist die Brücke über die Bahnlinie in der Tiengener Feldbergstraße. Die Brücke trägt die Kreisstraße 6551, einen Gehweg sowie einen kombinierten Geh- und Radweg. Die Bauzeit ist in der Ausschreibung vom 20. Mai bis 31. Oktober vorgegeben. Die Kosten der Brückensanierung liegen bei 600 000 Euro, ein Drittel dieser Summe wird als Zuwendung des Landes Baden-Württemberg erwartet.
  • Weitere Brücken: Insgesamt 13 Brücken gibt es laut Auskunft des städtischen Tiefbauamts in Tiengen. Als Brücke gilt offiziell bereits eine Überbrückung ab zwei Metern, weshalb in diese Zählung auch drei kleine Fußgängerstege über den Kaltenbach miteinbezogen sind. Weitere Beispiele für Brücken in Tiengen sind der Stahlsteg über die Wutach bei der Sportanlage und die historische Holzbrücke über die Wutach beim Schulzentrum. Aber auch Unterführungen wie beispielsweise die am Sulzerring (Ortsdurchfahrt) zählen als Brücke. Da diese aber im Zuge des Kettgau-Carree-Projekts entfällt, wird es aber in Zukunft vorerst nur noch zwölf Brücken in Tiengen geben.
Moritz Eckert