Das Unwetter, das Anfang August über den Landkreis Waldshut gefegt ist, hat auch in Waldshut-Tiengen Schäden hinterlassen. Vor allem der Stadtwald hat darunter gelitten, sodass der Gemeinderat jetzt einstimmig in seiner jüngsten Sitzung in Tiengen 80 000 Euro überplanmäßig zur Verfügung stellte.

Wie Stadtkämmerer Klaus Lang die Stadträte informierte, sind durch den Gewittersturm rund 3300 Festmeter Sturmholz angefallen. Zwar sei der reguläre Holzschlag für dieses Jahr im Stadtwald noch nicht komplett erfüllt worden, dennoch seien für 2400 Festmeter bei durchschnittlichen Kosten von 26 Euro pro Festmeter Mehrkosten in Höhe von 62 400 Euro entstanden.

Des Weiteren seien Kosten für Aufräumarbeiten und Absperrungen in Höhe von rund 8000 Euro entstanden. Zudem soll es im Stadtwald wieder eine Neuanpflanzung geben. Die Kosten dafür liegen bei 9500 Euro.

In der Tiengener Pommernstraße war die Feuerwehr gefragt, nachdem ein Baum auf ein geparktes Auto gestürzt war.
In der Tiengener Pommernstraße war die Feuerwehr gefragt, nachdem ein Baum auf ein geparktes Auto gestürzt war. | Bild: Feuerwehr Waldshut-Tiengen

Zwar verzeichnet die Stadt zur Behebung der Schäden Mehrausgaben, dennoch gibt es einen Mehrerlös aus dem Verkauf der Holzes. Die Stadt schätzt diesen auf 156 000 Euro, also 65 Euro pro Festmeter. Klaus Lang rechnet damit, dass die Einnahmen zu einem großen Teil noch 2017 eingehen, sodass mit einer Kostendeckung zu rechnen ist. Allerdings würden die Mehreinnahmen erst in den Haushalt 2018 eingeplant, so Klaus Lang.

Fraktionssprecher Harald Würtenberger (Freie Wähler) merkte an, dass die Einnahmen aus dem Sturmholz den Mehraufwand bei weitem decken und das überplanmäßig verkaufte Holz in den kommenden Jahren eingespart werden muss. Dazu Klaus Lang: „Wir wollen das Holz einsparen, aber das geht vermutlich nicht in einem Jahr.“ Armin Arzner (CDU) erklärte: „Man weiß im Wald nie, was kommt.“

Zudem fragten Harald Würtenberger und Markus Ebi (CDU), warum das Geld aus dem Erlös des Holzes erst 2018 in den Haushalt eingerechnet werden soll. Dazu Lang: „Die Förster sagen, dass es nicht klar ist, ob die Abrechnung noch dieses Jahr erfolgen wird.“

 

Sturmschäden

Bei dem Sturm von vor zwei Monaten mussten in der Stadt rund 200 Bäume an 35 Straßen beziehungsweise Straßenzügen gefällt oder beseitigt werden. In Tiengen waren einige Bäume auf parkende Autos gefallen. Die Feuerwehr war mit 120 Mann und 15 Fahrzeugen im Einsatz. Der Baubetriebshof war mit 26 Mann, darunter Mitarbeiter, die bereits im Urlaub waren, im Einsatz. Auch Mitarbeiter vom städtischen Forst und den Stadtwerken waren im Einsatz. Verletzt wurde in der Stadt niemand.

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