Seit einem Jahr wird die neue Waldshuter Stadthalle für eine Reihe von Veranstaltungen genutzt. „In diesem Testjahr mit Normalbestuhlung hat sich herausgestellt, dass die Bühne für Theaterabende zu niedrig ist“, sagt Kerstin Simon, Kulturamtsleiterin der Stadt Waldshut-Tiengen, und fügt hinzu: „Nach einer gewissen Zeit kann das Publikum der Handlung nicht mehr folgen.“ Auch bei der Redaktion dieser Zeitung hatten sich Theaterbesucher gemeldet und die Bühne der Stadthalle nach der Sanierung kritisiert.

Da diese sich nicht nachträglich erhöhen lasse – als Grund nennt Simon die Kulissen, die von der Höhe her sonst nicht mehr auf die Bühne passen –, greift das Kulturamt nun zu einer anderen Lösung: „Wir werden eine Tribüne mieten und bei Theaterabenden aufbauen lassen“, kündigt Kerstin Simon an. Ab der sechsten Reihe sollen die Zuschauerplätze alle zwei Reihen um eine Stufe erhöht werden, sagt die Kulturamtsleiterin.

Das erste Mal kommt die mobile Tribüne beim Auftritt der Schweizer Clown-Komödiantin Gardi Hutter am Sonntag, 13. Oktober, zum Einsatz. Eine feste Tribüne sei nicht möglich, da die Stadthalle für den Schulsport benutzt wird. Dass die Bühne aus Zuschauersicht niedriger ist als vor der Sanierung, liege nicht etwa an der Bühne selbst, sondern am Hallenboden. Um die Stadthalle barrierefrei zu machen, musste der Fußboden angehoben werden.

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1500 Euro kostet die Tribüne pro Veranstaltung, sagt Simon auf Nachfrage dieser Zeitung. Es sei zunächst nicht geplant, die Mehrkosten auf die Ticketpreise umzulegen. „Die Karten werden vorerst nicht teurer“, so die Kulturamtsleiterin, die sich auf ihr erstes eigenes Kulturjahr freut. Im Juli 2018 übernahm sie die Nachfolge von Hartmut Schölch, der das zu Ende gehende Kulturprogramm noch weitestgehend allein zusammengestellt hatte. „Auf das erste Baby ist man besonders stolz“, sagt die Kulturamtsleiterin über ihr erstes eigenes Programm.

Für dieses verspricht Kerstin Simon jede Menge Überraschungen. „Jede unserer Veranstaltungen birgt als Live- und Gemeinschaftserlebnis schon per se Überraschungen“, sagt sie. Wichtig ist ihr, „die Leute vom Sofa zu holen“ und künftig verstärkt jüngere Zuschauer anzulocken. Gelungen ist ihr dies bereits bei der Krimilesung mit der Autorin Tatjana Kruse in der Stadtgärtnerei Waldshut am vergangenen Freitag.

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Unter den Zuschauern habe sie Gesichter gesehen, die nicht zum Stammpublikum gehören. Das neue Format „Radieschen von unten“, das einmal jährlich stattfinden soll, sei bestens angekommen. „Es gab Radieschenbrote, und die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei haben an der Kräutercocktailbar Getränke ausgeschenkt“, erzählt Simon.

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Das Programmheft der neuen Kultursaison 2019/2020 liegt als Broschüre in den Rathäusern Waldshut und Tiengen, in der Tourist-Info Waldshut und an vielen weiteren Stellen aus. „Die Broschüren gehen weg wie warme Semmeln“, freut sich die Kulturamtsleiterin über das große Interesse.