Problematisch ist das Kohlenstoffmonoxid, das bei der Befeuerung von Shishas durch Kohle oder organische Materialien entsteht. Ist die Konzentration des Gases im Gastraum zu hoch, kann es im schlimmsten Fall zu tödlichen Vergiftungen kommen. Daher ist der Einbau von Lüftungsanlagen und das Anbringen von ausreichend Warnmeldern ein Muss.

Kohlenmonoxid-Gehalt zu hoch

Wie unerlässlich das ist, zeigt ein Blick in die Berichte der Polizei. Dort ist ein Vorfall vom 26. Dezember 2017 in einer Gemeinde des westlichen Landkreises Waldshut aktenkundig, wie Polizeisprecher Mathias Albicker auf Anfrage informierte. Dort wurde ein junger Mann beim Besuch einer Shisha-Bar ohnmächtig und musste medizinisch betreut werden. Es schlossen sich Ermittlungen unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Wirt an. Die Akte wurde der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen vorgelegt.

2018 wurden mehrere Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz in Shisha-Lokalen im Kreis Waldshut angezeigt. Betreiber und Aufsicht hatten Personen unter 18 Jahren den Zutritt gewährt. Im März 2017 untersuchte die Polizei die mögliche Ursache für einen Kohlenmonoxidaustritt in einer Shisha-Bar in Lörrach. Dort war ein 19-jähriges Mädchen in Lebensgefahr geraten. Mieter in dem Haus hatten ihre Wohnungen kurzzeitig verlassen müssen. 14 Gäste der Bar oder Hausbewohner, darunter fünf Kinder, wurden vorsichtshalber in Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr Lörrach ermittelte in dem Gebäude einen erhöhten Kohlenmonoxidwert.

In der Shisha-Bar in Tiengen überprüft der Bar-Chef Shadi Chabo durch Anrauchen der Wasserpfeife mit seperatem Hygiene-Mundstück ob der Rauch beim Inhalieren in der Kehle kratzt. Bild: Vivien Ebner
In der Shisha-Bar in Tiengen überprüft der Bar-Chef Shadi Chabo durch Anrauchen der Wasserpfeife mit seperatem Hygiene-Mundstück ob der Rauch beim Inhalieren in der Kehle kratzt. Bild: Vivien Ebner | Bild: Vivien Ebner

In Freiburg haben am 18. Januar Polizei, Zoll und Stadt in einer gemeinsamen Aktion sechs Shisha-Bars überprüft. Insgesamt wurden bei dem Einsatz 115 Personen überprüft. Zwei wurden in Haft genommen, da Vollstreckungsbefehle offen waren. Der Zoll hat in den Bars rund 70 Kilogramm Tabak sichergestellt, was für jedes Lokal ein Strafverfahren nach sich zieht. Laut Polizeibericht war der Tabak zum Teil nicht versteuert worden, einem anderen Teil waren Glycerin und Aromastoffe zugesetzt worden – wodurch erneut Tabaksteuer fällig wurde. Weiter wurden acht Verstöße gegen den Jugendschutz festgestellt.

Die Freiburger Polizei ermittelt nach ihrem Einsatz auch wegen einer Reihe von Straftaten: Verstöße gegen das Waffengesetz, gegen das Ausländergesetz, gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen unerlaubten Glücksspiels. Schwerpunkt des Einsatzes war für die Stadt Freiburg insbesondere die Überprüfung der spezifischen Auflagen für den Betrieb von Shisha-Bars. Ferner wurden die Regelungen zum Gesundheitsschutz der Gäste und zum Brandschutz überprüft.

Wie viele Shisha-Bars es im Kreis Waldshut gibt, ist im Landratsamt nicht bekannt. Pressesprecherin Susanna Heim sagte auf Anfrage: „Eine konkrete Zahl haben wir nicht. Das liegt daran, dass auch nachträglich Änderungen in den Gaststätten durchgeführt werden.“ Handle es sich beispielsweise um eine Rauchergaststätte, könnten nachträglich Shisha-Pfeifen angeboten werden. Dies stelle zunächst keine Betriebsänderung dar, daher sei eine Anmeldung auch nicht zwingend notwendig. „Allerdings werden die Betreiber nach dem Erlass der Allgemeinverfügung bei Antragstellung nun explizit dazu befragt.“ Nach Recherchen der Redaktion gibt es allein in Waldshut-Tiengen mindestens vier Shisha-Bars.

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Die Kontrolle in 27 Gemeinden des Landkreises liegt beim Landratsamt als Gaststättenbehörde. Die Große Kreisstadt Waldshut-Tiengen ist für ihr Stadtgebiet zuständig und die Verwaltungsgemeinschaft Bad Säckingen für die Gemeinden Bad Säckingen, Herrisch-ried, Murg und Rickenbach. Das Gewerbeaufsichtsamt klärt die lüftungstechnischen Fragen und formuliert Auflagen, wie Susanna Heim weiter erläuterte. „Sofern im Genehmigungsverfahren bekannt ist, dass Shisha-Pfeifen genutzt werden sollen, hören wir das Gewerbeaufsichtsamt an und formulieren unter Umständen Auflagen, die umgesetzt werden müssen. Prüfungen nehmen die Abteilung Handel, Gewerbe- und Bußgeldstelle und das Gewerbeaufsichtsamt vor.“

Dies könne zu Auflagen in Form von Nachrüstungen führen. „Das kann im Einzelfall wegen der Kosten, die entstünden, dazu führen, dass auf Shishas verzichtet wird.“ Wie schwer wiegen Einsprüche von Anwohnern gegen den Betrieb von Shisha-Bars in ihrem Haus oder in der Nachbarschaft? Im Einzelfall sei zu prüfen, ob eine Belästigung vorliegt, die eventuell Auflagen nach sich ziehen kann, so die Antwort aus dem Landratsamt.

Wie die Wasserpfeife den Weg in die westliche Welt fand

  • Die Shisha hat ihren Ursprung wahrscheinlich im antiken Iran oder im nordwestlichen Indien. Um die Shisha entwickelte sich eine Gemeinschaftskultur, die bis heute Bestand hat. Sie hat ihren Weg in den Westen gefunden und ist hier zum Teil der Jugendkultur geworden. Grundlegende Bestandteile einer Wasserpfeife sind Wassergefäß, Rauchsäule, Kopf und Schlauch. Ihre Funktion beruht weniger darauf, Tabak abzubrennen wie in einer Zigarette oder Pfeife. Vielmehr geht es darum, durch die Hitze und die Feuchtigkeit des Tabaks Aromastoffe aus dem Tabak zu lösen. Konsumenten schätzen die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und das milde Gefühl beim Rauchen. Es entsteht durch den langen Weg vom Pfeifenkopf über die Rauchsäule und durch das Wasser bis zum Mundstück. Die Hitze für eine Shisha liefern in aller Regel glühende Kohlen, die auf den Tabak gelegt werden. Damit der Tabak nicht verbrennt, wird die Kohle auf ein Sieb oder eine perforierten Alufolie platziert.
  • Gesundheitsrisiken durch Shisha-Rauchen: Darüber informiert das Bundesinstitut für Risikoberwertung (BfR) in Berlin: "Wasserpfeifen- und Zigarettenrauch enthalten die gleichen suchtgefährdenden bzw. gesundheitsschädlichen Substanzen Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid. Auch die im Vergleich zur Zigarette wesentlich geringere Temperatur im Tabak der Wasserpfeife bedeutet nicht, dass der Rauch damit arm oder gar frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen ist. Einige gesundheitsgefährdende Stoffe, beispielsweise Nikotin oder Kohlenmonoxid, kommen im Wasserpfeifenrauch sogar in größeren Mengen vor als im Zigarettenrauch." Vergleiche man den durchschnittlichen Wasserpfeifenraucher, der ein bis zwei Wasserpfeifen pro Woche raucht, mit einem durchschnittlichen Zigarettenraucher, der 20 bis 30 Zigaretten am Tag raucht, dann müsse das Zigarettenrauchen bezüglich der Gesundheitsrisiken deutlich kritischer eingeschätzt werden. Allerdings bestünden für Wasserpfeifenraucher, die zwei bis drei Tabakköpfe pro Tag rauchen, ähnliche gesundheitliche Risiken wie für Zigarettenraucher. Ein langjähriger Wasserpfeifenkonsum könne die Lungenfunktionen verschlechtern und erhöhe das Risiko, an Tumoren zu erkranken. Infos im Internet (www.bfr.bund.de).