Seit mittlerweile sechs Jahren gibt es das städtische Kulturförderkonzept, das Vereinen, Gruppierungen und Privatpersonen beim Organisieren und Finanzieren von Kulturprojekten unter die Arme greifen will. Nach sechs Jahren und rund 90 000 Euro, die seit der Einführung an von Bürgern initiierte Kulturangebote flossen, zieht Kulturamtsleiter Hartmut Schölch ein positives Fazit: „Die Aussage ist einfach: Kultur braucht Geld. Wir haben Erfahrungen gesammelt und den Prozess nun überarbeitet.“ Beispielsweise das Anmeldeformular ist nun einfacher gehalten, nur noch zwei statt viereinhalb Seiten lang und kann online ausgefüllt und dann an das Kulturamt gesendet werden.

Bei der städtischen Kulturförderung gibt es zwei Formen der Unterstützung. Die eine Möglichkeit sind Zuschüsse, von denen 2016 rund 9000 Euro ausgezahlt wurden. Hierbei stellen Veranstalter einen Antrag für einen gewissen Betrag, den der Gemeinderat dann genehmigt, ablehnt oder anpasst. Die zweite Möglichkeit ist eine sogenannte Ausfallbürgschaft, bei der die Stadt bis zu einem gewissen Betrag einspringt, falls die vom Veranstalter erhofften Erträge nicht eintreten. Im Vorjahr wurden hierfür 3500 Euro genehmigt, tatsächlich benötigt wurden nur 1500 Euro. „Wir bieten damit ein Netz, in dem der Veranstalter aufgefangen werden kann, wenn es nicht so läuft, wie geplant“, erklärt Hartmut Schölch. Auch eine Fachberatung beim Kulturamt gehört zum Angebot. Am besten melden sich Interessierte dafür schon vor der Antragstellung. „Es geht um eine Vernetzung und die Stadt zeigt, dass sie für Kulturträger da ist“, so Schölch. Eine Sonderstellung nimmt das Tiengener Ali-Theater bei der Kulturförderung ein, das für den Betrieb einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro erhält.

Ein Ziel, das sich die Verantwortlichen nach mittlerweile sechs Jahren Kulturförderkonzept gesetzt haben, ist ein größeres Verständnis dafür zu schaffen, dass die Planung einen gewissen Verlauf benötigt. Daher berät der Gemeinderat auch nur an zwei Terminen, im September und März, über eingereichte Anträge. Diese müssen daher spätestens ein halbes Jahr vor dem Projekttermin beim Kulturamt eingereicht sein, jeweils bis zum 15. Januar oder 15. Juli. „Das Konzept wurde vor sechs Jahren auch eingeführt, um eine Systematisierung bei den Anträgen zu haben und dem Gemeinderat die Möglichkeit zu geben, zu vergleichen“, erklärt Oberbürgermeister Philipp Frank.

Das Kulturamt selbst sei, beispielsweise mit dem Kabarett-Herbst, zu einem starken Veranstalter gewachsen, erklärt Hartmut Schölch. „Wichtig ist aber, dass wir ein ergänzendes Angebot zum kulturellen Angebot machen“, so der Amtsleiter. Je mehr das Kulturamt allerdings selbst auf die Beine stelle, desto mehr werde es auch als Veranstalter betrachtet, statt als Kulturpartner, den das Amt eigentlich sein will.

„Die Stadt steuert nicht das gesamte Kulturprogramm, sondern fördert die Mitmachstadt. Das macht die Lebendigkeit der Stadt auch aus“, so Oberbürgermeister Frank. Die Stadt sei daher auch die letzte, die bei einer guten Idee Nein sage, ergänzt Schölch und sagt: „Ich wünsche mir, dass die Bürger sich selbst beteiligen und ihre Kultur-Segmente suchen. “ Auch OB Frank betont, dass es bei den Anträgen keine Denkverbote gebe: „Die Bürger haben entscheidenden Einfluss auf das Kulturangebot, indem sie es selbst mitbestimmt“. Und dabei die Unterstützung der Stadt nutzen.

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