Regelmäßig im Herbst erreichen die Redaktion Pressemitteilungen des Hauptzollamts Singen, in denen von Schweizern die Rede ist, die kiloweise Pilze aus deutschen Wäldern über die Grenze schmuggeln wollen.

Eine Frage lässt die Behörde in allen Fällen offen, und der interessierte Leser fragt sich unwillkürlich: Wo bitte wachsen solche Mengen an Pilzen in unseren Landen? Da hilft nur eines: die Wanderstiefel selbst schnüren, Pilzmesser und Spankörbchen aus dem Schrank holen und ab in den Wald.

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Dass der Spruch „wer sucht, der findet“ nicht immer zutrifft, erlebten vor Kurzem zwei Pilzsucher aus Waldshut-Tiengen. Nachdem sie einige Zeit vergeblich den Waldboden und teilweise sogar das Dickicht nach Pfifferlingen, Maronen und Co. absuchten, begegnete ihnen ein Spaziergänger. In der Hand hielt er einen einzelnen Steinpilz, der solch ein Kaliber aufwies, dass er allein eine schmackhafte Pilzpfanne abgibt.

Ausbeute beim Pilzesammeln: links Pfifferlinge, rechts Müll.
Ausbeute beim Pilzesammeln: links Pfifferlinge, rechts Müll. | Bild: Juliane Schlichter

Das besonders Tragische an der Begegnung für die ambitionierten Pilzsucher: Der Glückspilz mit dem Steinpilz wusste gar nicht, was für einen Schatz er zufällig am Wegesrand entdeckt hatte. Versöhnt wurden die beiden Pilzsucher später mit ihrer kleinen Ausbeute an Pfifferlingen.

Den Müll, den sie zwischen Moos und Ästen einsammelten, füllte allerdings einen Beutel bis obenhin. Zwischen Kaffeeplastikbechern und Feuerzeugverpackungen fand sich sogar im Wald bei Ühlingen-Birkendorf die Visitenkarte eines Versicherungsvertreters aus Ravensburg.

Darüber konnten die Pilzsucher nur mit dem Kopf schütteln, entsorgten den Müll vorschriftsmäßig in einem Abfallbehälter und ließen sich die Pfifferlinge als Süppchen schmecken.

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