Mit der Vorstellung seiner neu erschienen CD "Bel fiora dança" mit Tänzen aus sieben Jahrhunderten sowie mit weiteren Werken von Dieterich Buxtehude, Philip Glass und J. S. Bach, präsentierte Bezirkskantor Matthias Flierl am Dreikönigstag in der Versöhnungskirche Waldshut den gut 200 Zuhörern zum Neuen Jahr ein sehr bemerkenswertes Orgelkonzert. Sichtlich erfreut über den guten Besuch begrüßte der Kantor die Konzertbesucher mit guten Wünschen und erläuterte kurz die Werke der ersten Konzerthälfte, die auf seiner neu erschienen CD eingespielt sind. Das Eröffnungsstück mit dem gleichen Titel der CD, ein Werk aus dem frühen Mittelalter, erklang am Orgelpositiv in der von Flierl erläuterten besonderen Klangvariante, bevor er mit einem Variationssatz über ein spanisches Volkslied zunächst fast behutsam, aber feierlich und ausdrucksvoll, die Marc-Garnier-Orgel erklingen ließ.

Deutlich virtuoser und mit zunehmender Dynamik folgten drei Tänze aus dem Linzer Orgeltabulatur (Anfang des 17. Jahrhunderts), in denen der Organist feinfühlig und filigran die Spezialregister der Orgel, wie zum Beispiel den Zimbelstern oder das Gezwitscher der Nachtigall, ertönen ließ. Im spanischen Tanz "Fandango" von Margaretha Christina de Jong, einem Stück mit großer Bandbreite in der Rhythmik und in den Klangfarben, assistierten Anette Däublin-Schwarz und die Ehefrau des Künstlers, Diana Flierl, als Registranten. Mit einem "fast etwas verrückten Stück", so Flierl, bot er den Zuhörern in "Davids Tanz vor der Bundeslade" des zeitgenössischen Komponisten Petr Eben mit skurrilen Klangbildern und vielen Dissonanzen in wiederholt berauschender perfekter Spielkunst teilweise recht schwere Kost.

Versöhnlich, teilweise sehr wuchtig und in oft atemberaubender Schnelligkeit, endete mit dem "Präludium und Fuge in D-Dur" von J. S. Bach die erste Konzerthälfte.

In der zweiten Konzerthälfte, die Flierl als "Sandwich" bezeichnete, erklang, eingebettet zwischen zwei klassischen Werken, die sehr eigenwillige Komposition des Minimilanisten Philip Glass, "Mad Rush". Zuvor ertönte jedoch die "Toccata in d BuxWV 155" von Dieterich Buxtehude und nach "Mad Rush" folgte mit der außerordentlich bekannten und wuchtigen "Toccata" und Fuge d-moll BWV 565 von J. S. Bach zunächst ein vorläufiger krönender Konzertabschluss. Nach kurzer Stille brandete explosionsartig heftiger Beifall auf, durch den sich der Künstler zu mehreren Zugaben animieren ließ.