Marco Mattes hat in Waldshut Halt gemacht. Das Besondere: Er kam per Ruderboot. Für einen guten Zweck fährt der Extremsportler nur mit Muskelkraft den Rhein vom Bodensee bis zur Nordsee hinab. Empfangen wurde er für seinen Zwischenstopp vom Waldshuter Wassersportverein. Standesgemäß ruderte ihm das Empfangskomitee ein Stück weit mit einem Achter entgegen.

Marco Mattes (vierter von rechts) ist beim Vereinsheim des Wassersportvereins angekommen. Kurz zuvor war er rheinaufwärts von einem Achter empfangen worden, dessen Team ihn bis zur Anlegestelle begleitete.
Marco Mattes (vierter von rechts) ist beim Vereinsheim des Wassersportvereins angekommen. Kurz zuvor war er rheinaufwärts von einem Achter empfangen worden, dessen Team ihn bis zur Anlegestelle begleitete. | Bild: Peter Rosa

Mit seiner 1100 Kilometer langen Fahrt unter dem Motto „Rheinrudern gegen Krebs„ möchte der 29-jährige Mainzer auf die Stiftung „Leben mit Krebs„ aufmerksam machen und Spendengelder generieren. (Er selbst ist gesund.) Die Erlöse der Tour fließen in drei Sportprojekte für krebskranke Kinder. Neben dem Wassersportverein Waldshut unterstützen ihn zahlreiche weitere Ruder- und Wassersportvereine.

Mit Sport gegen den Krebs

„Am Anfang war das eine Schnappsidee“, erklärt der anstrebende Lehrer für Sport und Geografie seine Beweggründe, nachdem er beim Vereinsheim an Land gegangen ist. Er habe vor dem Ende seines Studiums und nach zehn Jahren Regatta-Organisation beim Mainzer Ruder-Verein eine Abschlusstour machen wollen.

Mattes weiter: „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Sport dem Krebs positiv entgegenwirken und die Lebenserwartung signifikant steigern kann. Für diese Botschaft werde ich rudern!“

Zu Fuß um die Wehre

Im Schnitt legt der Ruderer in seinem „Coastal Einer“ rund 60 Kilometer am Tag zurück. Begleitet wird er von Vater Mario, der mit dem Auto vorausfährt. Er half ihm auch den Rheinfall an Land zu umfahren. Die anschließenden Rheinwehre bis Basel umgeht er zumeist alleine zu Fuß. Den Lauffen kurz vor Waldshut fand er übrigens gar nicht so wild, was auch dem derzeit hohen Wasserstand geschuldet ist.

Zwar beschreibt Marco Mattes die Fahrt auch als eine Art Eigenfindung, einsam ist er in seinem Boot aber nicht. Ausgerüstet mit einem Headset unterhält er sich während seiner Fahrten mit interessierten Anrufern – die Handynummer ist öffentlich, ebenso wie die aktuellen Positionsangaben (siehe Infokasten). Und auch über das Waldshuter Empfangskomitee freut er sich sichtlich: „Klasse, dass sie mich begleitet haben!“

Marco Mattes wird vom Waldshuter Achter bis zur Anlegestelle begleitet.
Marco Mattes wird vom Waldshuter Achter bis zur Anlegestelle begleitet. | Bild: Peter Rosa