Immer wieder kommt es auf der Strecke zwischen Waldshut und Erzingen im Zugverkehr zu Verspätungen. Grund dafür ist die Eingleisigkeit. Vor knapp zwei Jahren hat der Landkreis Waldshut deshalb eine Arbeitsgruppe zur Reaktivierung des Kreuzungsbahnhofs Tiengen sowie des Bahnsteigs zwei in Lauchringen eingerichtet, damit sich Züge auf der Strecke begegnen können. Harald Pietz, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, stellte jetzt das Ergebnis der Machbarkeitsstudie dem Waldshut-Tiengener Gemeinderat vor.

Ziel der Untersuchung, an der sowohl Vertreter der Deutschen Bahn, des Landkreises, der Stadt Waldshut-Tiengen und der Gemeinde Lauchringen beteiligt waren, war die Steigerung der Fahrplanstabilität bei Verspätungen im Schienenverkehr auf der Hochrheinbahn durch die Schaffung von Kreuzungsmöglichkeiten. Diese sollen sowohl in Tiengen als auch in Lauchringen entstehen. Die Reaktivierung des Kreuzungsbahnhofs Tiengen und des zweiten Gleises in Lauchringen wären für einen stabilen Bahnverkehr wichtig, so Pietz.

Allerdings läuft derzeit eine zweite Machbarkeitsstudie "Federweg Erzingen" als Alternative, die den Bahnhof in Erzingen einbezieht, informiert Lothar Probst, Nahverkehrsexperte beim Landratsamt Waldshut. Dort soll es dann eine Verlängerung eines Bahnhofsgleises geben. Das zweite Gleis in Lauchringen soll wie bei der ersten Variante reaktiviert werden, so dass am zweiten Bahngleis dann auch Fahrgäste ein- und aussteigen können. Die zweite Machbarkeitsstudie soll im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Dann soll abgewogen werden, welche Infrastrukturmaßnahme mit welchem Fahrplankonzept das beste Ergebnis erzielt, sagt Probst.

Aus der abgeschlossenen Machbarkeitsstudie geht hervor, dass für die Realisierung des Projektes in Tiengen neben einem neuen Kreuzungsbahnhof auch ein zweiter Bahnsteig, Weichen und Signaltechnik geschaffen werden müssen. Die Gesamtkosten für den Bahnhof Tiengen würden sich auf 6,5 Millionen Euro belaufen. Weil die Realisierung des Kreuzungsbahnhofs in Tiengen im Rahmen der Hochrheinstrecke erfolgt, sei eine Finanzierung über das Bundes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz möglich. So müssten Stadt und Kreis noch 20 Prozent der Kosten übernehmen, also 1,3 Millionen Euro.