Kreis Waldshut "Letzte Chance" für die A 98: Darum liegt die ganze Hoffnung des Hochrheins auf der Planungsgesellschaft Deges

Der Landkreis Waldshut setzt beim Lückenschluss der A 98 voll auf die neuen Planer der Planungsgesellschaft Deges. Damit das Projekt A 98 so schnell wie möglich vorangebracht werden kann, soll die Trassenentscheidung Waldshut offen vorbereitet werden. Zudem hat der Kreistag 16 Forderungen an die neuen Planer gestellt. Was sich der Landkreis erwartet, erfahren Sie hier.

Noch in diesem Jahr sollen sich die Ingenieure an die Pläne für die Hochrhein-Autobahn zwischen Hauenstein und Tiengen machen. Das ist eine von 16 Forderungen, die der Waldshuter Kreistag der neuen Planungsgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) einstimmig an die Hand gibt.

Gemeinsame Ziele, statt über Trassen zu streiten

Statt über die Trassen zu streiten, sollen sich die Gemeinden und Interessengruppen auf gemeinsame Ziele besinnen, um das Jahrzehnte alte Projekt A 98 als Umfahrung Waldshut voran zu bringen. In der öffentlichen Sitzung klang freilich auch Skepsis an.

Lückenschluss in Angriff nehmen

Eine "wirklich große Chance" sieht Landrat Martin Kistler im Wechsel zur neuen Planungsbehörde des Bundes, die unverzüglich den Lückenschluss der Autobahn 98 bei Bad Säckingen und Waldshut in Angriff nehmen soll. Kreisrat Ulrich Krieger (CDU) aus Laufenburg betonte den absoluten Vorrang des Baus einer neuen Abfahrt Hauenstein.

Umfahrung Waldshut ist für die ganze Region von Bedeutung

Manfred Weber (CDU) und Bürgermeister von Küssaberg erklärte, dass an der Umfahrung Waldshut nicht nur die Waldshuter interessiert seien, sondern die ganze Umgebung. Für Kreisrat Alexander Guhl (SPD) wird bei jeder kleinen Verkehrsstörung in Bad Säckingen klar, "wie überlastet die B 34 ist".

Es gibt aus skeptische Töne

Nach jahrelangem Stillstand war freilich auch Skepsis zu vernehmen. Kreisrat Harald Würtenberger (FW) glaubt nicht an die angestrebte Einigkeit über die Trasse, sondern fordert eine Mehrheitsentscheidung zugunsten einer Bergtrasse bei Waldshut und einen entsprechenden Planungsauftrag an die Deges. Ihn unterstütze Sylvia Döbele (SPD), die befürchtet, dass "ein Konsens in 100 Jahren nicht zu finden ist".

Eine "große Chance" sieht Landrat Martin Kistler, dass die Planung der A 98 auf die Planungsgesellschaft Deges wechselt. Bild: Michael Neubert
Eine "große Chance" sieht Landrat Martin Kistler, dass die Planung der A 98 auf die Planungsgesellschaft Deges wechselt. Bild: Michael Neubert | Bild: Neubert

"Die letzte Chance"

Der Direktor des Regionalverbandes Hochrhein-Bodensee, Karl Heinz Hoffmann, hält den Neustart mit der aktuellen Einstufung aller A-98-Abschnitte in der höchsten Priorität des Bundes möglicherweise für "die letzte Chance", dass die Autobahn – weitgehend als Autobahnhälfte – jemals durchgängig gebaut wird. Für den Regionalplaner ist vor der Trassenentscheidung wichtig, dass Deges jetzt "schnell klärt, was möglich ist und was nicht".

Waldshuter Plattform soll Planungsgesellschaft Aufgabe zuweisen

Eine "Waldshuter Plattform" mit allen Beteiligten in der Region, vom Landkreis bis zur Bürgerinitiative, soll die Planung der Experten ständig begleiten. Im Juni soll sie arbeitsfähig sein und der Planungsgesellschaft Aufgaben zuweisen. In der zweiten Jahreshälfte 2018 folgt die Arbeitsphase, bis die Plattform den Gemeinde- und Kreisräten einen Lösungsvorschlag der Planer vorlegen kann. Die Deges arbeitet diesen von den Gremien abgesegneten Vorschlag dann zum vollständigen Entwurf aus. Für ihn beantragt das Land beim Bund dann die Planfeststellung.

Gemeinden streben Einigkeit an

Einigkeit wird auch unter Städten und Gemeinden angestrebt: Die Waldshuter Plattform bleibt nur so lange im Spiel, wie alle politischen Gremien dem erwähnten Lösungsvorschlag zustimmen. "Sonst ist die Plattform gescheitert und löst sich auf", heißt es in den Vorgaben für das Begleitgremium der Autobahnplaner.

 

Ziele zur A 98

Als "Ziele der Region zur A 98" im Abschnitt Hauenstein-Tiengen beschlossen die Kreisräte unter anderem folgende Punkte: Vorgezogener Bau des Anschlusses Hauenstein, unabhängig von der Trassenplanung; Planungsbeginn dieses Abschnitts noch 2018, parallel zum Abschnitt Bad Säckingen; Variantenuntersuchung mit offenem Ausgang, keine Vorfestlegung auf die bisherigen Vorschläge des Bundes; möglichst kurze Wege von den Gewerbegebieten an der B 34 zur neuen A 98; eine spürbare Entlastung der Ortsdurchfahrt Waldshut; Eingriffe in Schutzgebiete möglichst vermeiden; Zerschneidung von Orten vermeiden; keine Mehrbelastung von Albbruck und Dogern durch Verkehr und Lärm.

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Tiengen
Waldshut
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Gurtweil
Die besten Themen