Zum zweiten Mal traten in den Schwarzenbergsälen im Tiengener Schloss die beiden Romanistinnen Denise Greiner und Gerda Wagner aus Freiburg auf. Der Verein Freunde Schloss Tiengen hatte sie zu einer deutsch-französischen Lesung eingeladen, diesmal mit Werken von Jean Cocteau (1889-1963). Und wieder wurden sie dabei musikalisch schwungvoll von Regina (Gesang und Piano) und Reinhard Stephan (Trompete) begleitet.

Ulrich Thielmann vom Vorstand des Vereins begrüßte die knapp 35 Besucher. Ob diese wohl geahnt hatten, was für ein Multitalent Jean Cocteau war? Er war Zeichner, Maler, Bühnenbildner und Schauspieler und kannte alle Größen seiner Zeit – etwa Picasso, Edith Piaf, Sartre, Simone de Beauvoir oder Satie, um nur einige zu nennen. Vor allem aber sah sich Cocteau selber als Dichter. Davon überzeugten die beiden Vortragenden an diesem Abend: Sie lasen aus verschiedenen Büchern Auszüge aus seinen Romanen, Gedichten, Stücken, Regieanweisungen oder Drehbüchern und ließen auch Zeitgenossen wie etwa Jean Marais zu Wort kommen.

Und sie lasen – und das war das Besondere an diesem Abend – abwechselnd französisch und deutsch. Vor allem die Französin Denise Greiner, eine ehemalige Lehrerin, entwickelte bei ihren Texten viel Dynamik und schauspielerisches Talent. Aber auch Gerda Wagner zeigte bei ihren Vorträgen und Einwürfen humorvolle Begabung. So wurde der Abend zu einem lebhaften Austausch, etwa bei einem herrlich gespielten Telefongespräch. Dabei war es weniger wichtig, welche Französischkenntnisse die Zuhörer besaßen.

Vor allem aber wurde der Abend aufgepeppt durch die beiden Musiker. Sie präsentierten bekannte Chansons und jazzten und swingten begleitend durch den Abend. Natürlich genoss man dabei so Ohrwürmer wie „La vie en rose“, „Je ne regrette rien“ oder „On the sunny side of the street“. So klang der Abend auch musikalisch aus – für Liebhaber der Musik mit Open End.

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