Oberhalb des Steinatals liegt das 187-Seelen-Dorf Breitenfeld. Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Baulücken wurden geschlossen und im Neubaugebiet „Innere Bergäcker“ entstanden neue Häuser.

Breitenfeld ist der kleinste Ortsteil Waldshut-Tiengens und hat eine Fläche von rund 300 Hektar. Landwirtschaftliche Nutzflächen und Wald sind vorherrschend. Mit dem nahegelegenen Hasenhof, der eigentlich auf Tiengener Gemarkung liegt, aber für die meisten gefühlsmäßig zu Breitenfeld gehört, hat der Ort drei Pferdehöfe. Den gängigen Spruch, dass Breitenfeld mehr Pferde als Einwohner hat, korrigiert Ortsvorsteher Jürgen Bacher (53). Er schätzt, dass mit dem Hasenhof rund 80 Pferde in Breitenfeld leben. Auch Rinder, die Nebenerwerbslandwirten gehören, sind im Ort zu finden. Darunter mit Zwergzebu-Rindern des Bio-Hofes Ebner, auch eine ganz besondere Rasse, deren Hauptmerkmal ein Buckel ist.

Schmucker Blickfang im Dorf sind die Mitte der 1970er Jahre komplett sanierte St. Georgskapelle und drei Brunnen. Jürgen Bacher ist seit 2009 Ortsvorsteher von Breitenfeld. Der Förster (Revier Tiengen) kommt aus dem Tuttlinger Raum und fühlt sich in Breitenfeld mit seiner Familie sehr wohl. Er schätzt die intakte Dorfgemeinschaft, die einher geht mit verschiedenen Aktivitäten. Da Breitenfeld neben den Landfrauen und der kürzlich gegründeten Pferdenothilfe, keinen Verein hat, organisiert auch der Ortschaftsrat gelegentlich Projekte.

Bei dem neuesten unter dem Motto „Breitenfeld in alten Zeiten“ wurden alte Fotos von Dorfbewohnern gesucht und gesammelt. Am 23. und 24. September werden sie großformatig aufbereitet, auf dem Dorfplatz zu sehen sein. Das alte Breitenfeld zu bewahren, verbunden mit der Möglichkeit, sich zu treffen, ist das Ziel. Die Breitenfelder Landfrauen werden bewirten. Sie organisieren auch den alljährlichen Dorfhock, ein Fest auf dem Dorfplatz beim Rathaus mit vorausgehendem Bolzplatzturnier und sie pflegen die Breitenfelder Blumenanlagen. Tradition hat auch die Serenade der Stadtmusik Tiengen vor den Sommerferien auf dem Dorfplatz. Auch die Jugend trägt zu einem lebendigen Dorfleben bei: Die von ihr gegründete Zirkus AG tritt bei verschiedenen Veranstaltungen im Dorf auf. Ein weiteres, vom Ortschaftsrat organisiertes und finanziertes Vorreiterprojekt, ist die Obstbaumpflanzaktion. Breitenfelder Bürger können sich Obstbäume aussuchen und pflanzen. Seit sechs Jahren läuft das Projekt, jedes Jahr werden 30 bis 35 Bäume gepflanzt, bislang sind es über 203. Vorbild sind frühere Obstbaumwiesen mit alten Sorten wie zum Beispiel beim Apfel, Rheinischer Bohnapfel und Gravensteiner. Das Projekt ist von dreifachem Nutzen: Aufwertung des Dorfbildes und ökologische Gesichtspunkte gehen einher mit der Freude, eigenes Obst ernten zu können. In den sechs Jahren sind gesellige Folgeprojekte wie Baumschnittkurse oder Apfelsaftpressen „angehängt“ worden. Nur wenige Meter vom Dorfplatz entfernt, ist auch der Hirschen Schauplatz reger Umtriebe. Breitenfeld hat keine Halle, keine Schule und auch keinen Kindergarten, umso wichtiger ist für die Dorfgemeinschaft das Traditions-Gasthaus Hirschen mit seinem großen Saal.

Dort findet auch traditionell die erste Bürgerversammlung zu Beginn eines neuen Jahres statt. Morgens der offizielle Teil und abends der gesellige mit dem Rehessen. „Wir sind die einzigen, die es trennen“, so Ortsvorsteher Jürgen Bacher.

Zur Geschichte

Steinbeilfunde lassen auf eine weit zurückreichende Geschichte Breitenfelds schließen. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war es in Besitz der Herren von Krenkingen und ist als Filiale der Pfarrei Tiengen im 14. Jahrhundert erwähnt. 1480 kaufte das Kloster St. Blasien Breitenfeld. Nach Auflösung des Kloster 1806 fiel es an das Großherzogtum Baden. 1971 wurde Breitenfeld Tiengen eingemeindet, seit Januar 1975 ist es Stadtteil der großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen.