Nach dem Motto „Spielschulden sind Ehrenschulden“ lud Landrat Martin Kistler, getreu seiner Pflicht, das Tiengener Narrengericht mit Narrenrichter, Henkern sowie weitere Mitglieder der Narrenzunft und diverse Gäste zu einem geselligen und köstlichen Abend ein. Dazu war er an der vergangenen Fasnacht vom Hochnotpeinlichen Malefiznarrengericht zu Düenge verurteilt worden.

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Das Vollstreckungsessen fand in der Linde zu Düenge statt. Weil das alljährliche Mehlsuppenessen der Tiengener Fasnacht in der Linde stattfindet, hatte der Landrat diesen Ort ausgewählt, schreibt die Zunft in ihrem Bericht über den genussvollen Abend.

Landrat Martin Kistler festgezurrt am Rad der Henker.
Landrat Martin Kistler festgezurrt am Rad der Henker. | Bild: Ursula Freudig

Mit der Einladung hat der Delinquent seine zweite Strafe verbüßt, die im Urteil wie folgt lautete: „Der Delinquent hat innerhalb der nächsten sechs Monate dafür zu sorgen, dass die Mägen von Narrengericht und Henkern mit Speis und Trank bis zum Besten gefüllt werden.“ Der Landrat ging von vollzähligen Erscheinen aus, da er annahm, das bereits alle zuvor 14 Tage auf Schonkost umgestellt haben, um dann ordentlich zu Lasten seines Geldbeutels zuzuschlagen.

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Ein weiterer Anklagepunkt beinhaltete das regelmäßige Fernbleiben beim Wunschkonzert der Stadtmusik Tiengen, und so wurde der Delinquent verurteilt, das Badnerlied zu dirigieren. Die erste Strafe hat er am diesjährigen Schwyzertag mit Bravour umgesetzt.

Landrat muss zum Mehlsuppenessen

Auch das regelmäßige Schwänzen des Mehlsuppenessens wurde dem Delinquenten zum Verhängnis, und so muss er als letzte Strafe am kommenden 11.11., 11.11 Uhr, im Büßergewand in der Düengemer Mehlsuppen-Hochburg zur Linde erscheinen. Bei Nichterscheinen wird er von den Henkern zwangsvorgeführt.