Sie ist eine der höchsten Auszeichnungen in Baden-Württemberg, die normalerweise vom Ministerpräsidenten höchstpersönlich übergeben wird: die Staufermedaille des Landes. Mit ihr werden Menschen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich engagieren und sich um das Gemeinwohl in ihrer Gemeinde verdient gemacht haben. So wie Kurt Reckermann. Bei der jüngsten Hauptversammlung der Aktionsgemeinschaft Tiengen bekam der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft die Staufermedaille von Oberbürgermeister Philipp Frank überreicht.

"Was Du für Tiengen gemacht hast, ist herausragend", sagte Philipp Frank bei der Übergabe der Medaille an Kurt Reckermann gerichtet. Obwohl er vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Waldshut-Tiengen beruflich viel herumgekommen sei, habe er etwas Vergleichbares wie das Engagement von Kurt Reckermann noch nicht erlebt, sagte das Stadtoberhaupt.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres sei die Urkunde, die zusammen mit der Medaille verliehen wird, ausgestellt und von Ministerpräsident Winfried Kretschmann unterschrieben worden. "Ich habe nach dem geeigneten Rahmen gesucht, um sie zu übergeben", erklärte Frank, warum die Übergabe erst jetzt stattgefunden hat.

Kurt Reckermann bekam auch den Ehrenamtspreis der Stadt Waldshut-Tiengen

Kurt Reckermann oder "Mister Tiengen", wie ihn OB Frank nannte, ist Gründungsmitglied der Aktionsgemeinschaft Tiengen, deren Vorsitzender er von 1990 bis 2000 war, bevor er die Geschäftsführung übernahm. Der frühere Stadtrat und stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Tiengen ist untrennbar mit dem kulturellen Leben von Tiengen verbunden.

<strong>Im Einsatz beim Jazzfest:</strong> Kurt Reckermann mit seiner Frau Cornelia und den Töchtern Lili (links) und Zara, die auf diesem Archivfoto beim Jazzfest an einem Stand Plaketten und T-Shirts verkaufen.
Im Einsatz beim Jazzfest: Kurt Reckermann mit seiner Frau Cornelia und den Töchtern Lili (links) und Zara, die auf diesem Archivfoto beim Jazzfest an einem Stand Plaketten und T-Shirts verkaufen. | Bild: Ursula Freudig

Für das Kunst-Symposium "Luftart" steigt Reckermann auch schon mal bei Wind und Wetter auf eine Leiter, um die Leinwände über der Hauptstraße wieder festzuzurren. Für seinen Einsatz in der Kulturförderung im Allgemeinen sowie als Organisator des Jazzfestes "Tiengener Sommer" im Besonderen wurde er im Januar 2017 mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Waldshut-Tiengen ausgezeichnet. "Kurt war unser Stimmenkönig", erinnerte OB Philipp Frank an die Auszeichnung, über die eine Jury entscheidet.

"Die Medaille hast Du verdient", sagte Harald Ebi, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Schmittenau, und sprach damit aus, was viele sicherlich dachten. "Ich werde versuchen, ob ich noch eine geeignete Kette finde", fügte Ebi lachend hinzu. Doch wer Kurt Reckermann kennt, weiß, dass er nicht viel Aufhebens um die Medaille machen wird. Getreu seinem Motto "nicht reden, einfach machen". Und weil hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht, erhielt Kurt Reckermanns Ehefrau Cornelia vom Oberbürgermeister einen Blumenstrauß.

 

Was ist die Staufermedaille überhaupt?

Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 1977 vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg vergeben. Mit der Staufermedaille sollen Verdienste um das Gemeinwohl geehrt werden, die wie im Fall von Kurt Reckermann über viele Jahre hinweg erbracht worden sind. Die Auszeichnung wird im Jahr ungefähr 50 Mal verliehen. Bekannte Träger der Staufermedaille sind unter anderem der Schraubenunternehmer Reinhold Würth und die frühere Oberbürgermeisterin von Lörrach, Gudrun Heute-Bluhm.