Zu der Vernissage „Bilder und Worte“ dreier internationaler Künstlerinnen hatte die Gleichstellungsbeaufragte Anette Klaas im Rahmen der diesjährigen Frauenaktionswochen am Freitag geladen. Im Landratsamt in Waldshut hatten Ingrid Rodewald (Deutsche), Annalisa Mantovani (Italienerin) und Mélody Seiwert (Französin), die alle drei gemeinsam in einem Atelier in Straßburg arbeiten, einen Teil ihrer Arbeiten ausgestellt.

Austausch mit den Künstlerinnen

Die Besucher konnten sich nach einer kurzen Einführung, mit den Künstlerinnen austauschen. Ingrid Rodewald entschuldigte die dritte Künstlerin, die erkrankt war und führte in die Werke der Künstlerinnen ein. „Wir stammen aus verschiedenen Kulturen, sprechen jeder eine andere Sprache, haben unterschiedliche Arbeitsweisen, aber wir ergänzen uns dennoch“, erklärte Rodewald.

Ingrid Rodewald erschafft aus Werbeplakaten Collagen.
Ingrid Rodewald erschafft aus Werbeplakaten Collagen.

Mélody Seiwert arbeite viel mit Pflanzen unter Glas, die verwesen und neue Pflanzen entstehen lassen. Aktuell seien ihre Werke eher abstrakt. Annalisa Mantovani arbeite neben der Malerei auch mit Fotografien, die sie mit einer alten Methode, der Cyanotypie (Eisenblaudruck) behandle. Die entstandenen Blautöne färbe sie dann mit Tee, so dass am Ende ein Pastellton entstehe. „Das ist uns allen gemein, wir lieben Pastelltöne“, schmunzelte Rodewald. Sie selber stelle aus Werbeplakaten Collagen her und erschaffe Landschaften, Städte oder die Natur.

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Bei ihren Arbeiten betrachte der Mensch von außen die Natur, die nie ideal sei. Annalisa wiederum beschäftige sich mit verschiedenen Techniken und Materialien, Acryl, Kreide, Holz und für sie stehe der Mensch im Mittelpunkt. Sie ist eine Suchende, eine Fragende. „Was ist Identität“. „Manchmal finde ich Antworten auf meine Fragen, manchmal nicht“, sagt sich lachend.

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Wie unterschiedlich sie in ihren Arbeiten sind wird deutlich bei dem Thema „Horizont“. Für Ingrid Rodewald ist der Horizont eine gerade, klar definierte Linie. Annalisa Mantovani nähert sich dem Begriff auf eine ganz eigene Art. In der Serie „Domination et horizon“ (Herrschaft und Horizont) stellt sie die eigene Urgroßmutter und deren kleine Tochter in Relation. Der Horizont der Tochter wird durch die allgegenwärtige Präsenz der Mutter eingeschränkt. Die Werke der drei Künstlerinnen ziehen in Bann. Sie können bis zum 25. Oktober während der Öffnungszeiten des Landratsamts angeschaut werden.