In den vergangenen Wochen haben Gerlinde Jordan und ihre Tochter Julia Heim von Teppich Jordan weiße Metallstühle von Schulklassen der Realschule Tiengen, den Langensteinschule Tiengen und der Hans-Thoma-Schule Laufenburg bemalen und dekorieren lassen. Rund 100 Schüler der sechsten bis zehnten Klassen haben mit Farbe, Pinsel, Glitzersteinchen und sogar Federboas wahre Kunstwerke kreiert.

Die fertigen Stühle können ab Donnerstag, 16. August, im Showroom von Teppich Jordan in der Tiengener Hauptstraße besichtigt werden. Am 6. Oktober werden sie dann von Christa Bader, der Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft Tiengen, öffentlich versteigert. Der Erlös fließt zurück an die Schulklassen. "Wir wollen möglichst viel Geld für die Schüler ersteigern", blickt Julia Heim, die mit ihrer Mutter Gerlinde Jordan die Geschäfte führt, voraus auf die Auktion, die in der Fußgängerzone stattfinden soll.

<strong>Mit Micky Maus:</strong> Julia Heim ist von den Stühlen der Schüler begeistert.
Mit Micky Maus: Julia Heim ist von den Stühlen der Schüler begeistert. | Bild: Julia Heim

Doch wie kam die junge Teppichhändlerin, in deren Händen die Benefizaktion liegt, überhaupt auf den Gedanken, Stühle bemalen zu lassen? "Die Idee kam uns auf einer Indienreise", erzählt Julia Heim. In einer der Manufakturen, in denen der Familienbetrieb seine Teppiche produzieren lässt, standen Stühle, die kreativ von Designstudenten bemalt worden waren. "Wir waren spontan begeistert und hielten es für eine super Idee, mit Schulen aus der Region ein solches Charity-Projekt zu machen", erinnert sich Heim.

Bild: Julia Heim

Alle Teppiche ohne Kinderarbeit

Das Unternehmen setzt sich seit vielen Jahrzehnten für die Bildung von jungen Menschen ein – bislang hauptsächlich in den Ursprungsländern der Teppiche. "Das ist uns extrem wichtig, dass unsere Teppiche von Menschen hergestellt werden, denen es gut geht", sagt Julia Heim, die dabei durch den Verein "Care & Fair" unterstützt wird. Die junge Frau betont: "Alle Teppiche sind frei von Kinderarbeit."

Bild: Julia Heim

Um sicherzustellen, dass die Teppichknüpfer ein gutes Auskommen und gute Arbeitsbedingungen haben, reisen Julia Heim und ihre Mutter Gerlinde Jordan regelmäßig nach Indien, Pakistan, Afghanistan, Nepal und in den Iran, um die Manufakturen, in denen die Teppiche geknüpft werden, zu besuchen. "Wir kennen jeden einzelnen Partner", erzählt die viel gereiste Jungunternehmerin stolz.

Bild: Julia Heim

Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Familienunternehmens wollen Heim und Jordan etwas Gutes in der Region tun. "Da es uns 60 Jahre in Tiengen gibt, soll die Aktion hier stattfinden", erzählt Julia Heim. Deshalb geht der Erlös aus der Versteigerung zurück an die Schulklassen, die die Stühle bemalt haben. Bei der Realschule und der Langensteinschule in Tiengen fließt das Geld in die jeweilige Klassenkasse, die Hans-Thoma-Schule in Laufenburg möchte die Summe in ein Graffiti für den Pausenhof investieren. "Das ist eine super Idee, die wir gerne unterstützen", sagt Julia Heim.

Bild: Julia Heim

Heim war selbst an den Schulen vor Ort, um den Schülern beim Bemalen der Stühle über die Schulter zu schauen. "Die älteren Kinder haben den jüngeren geholfen. Das war eine super Stimmung", erinnert sie sich. Von den Ergebnissen ist sie begeistert. "Mindestens einen Stuhl möchte ich bei der Auktion selbst ersteigern."

Eine weitere Aktion für den guten Zweck plant das Teppichhaus Jordan am Samstag, 13. Oktober. Unter dem Motto "Musik verbindet" geben der Pianist Aeham Ahmad und die Big Band des Verbandsjugendorchesters (VJO) ein Benefizkonzert in der Tiengener Stadthalle. Die Idee dabei ist, so Julia Heim, Einwanderer und Einheimische sowie Klassik und Big-Band-Musik auf eine Bühne zu bringen.

Das Unternehmen und seine Aktionen

Das Teppichhaus Jordan feiert diesen Herbst sein 60-jähriges Bestehen. Wie alles anfing und wie der Geburtstag begangen wird.