Die Stadt Waldshut-Tiengen arbeitet derzeit an einem Sicherheitskonzept für Veranstaltungen. Darin festgehalten werden sollen alle Richtlinien und gesetzlichen Regelungen, die von Veranstaltern zu beachten und einzuhalten sind. Es gehe dabei weniger um konkrete Maßnahmen gegen terroristische Angriffe, als vielmehr darum, Veranstaltungen grundsätzlich sicherer zu machen. Hierzu wird eine Sammlung von rund 70 gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien erarbeitet. Besonders in ländlichen Gegenden könne man nicht erwarten, dass Vereine beziehungsweise private und ehrenamtliche Veranstalter sich mit allen Vorgaben auskennen, sagt Jürgen Wiener, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts und Leiter der Ortspolizeibehörde. „Wir wollen den Veranstaltern unter die Arme greifen“, so Wiener. Bei Großveranstaltungen wie der Hoorige Mess’ in Tiengen kommen auf die jeweilige Veranstaltung zugeschnittene zusätzliche Sicherheitskonzepte zum Einsatz.

Die Stadt Waldshut-Tiengen arbeitet derzeit an einem Konzept, mit dem Veranstaltungen in der Stadt, wie hier die närrische Gass am Fasnachtsmontag in der Kaiserstraße, grundsätzlich sicherer gemacht werden sollen. Bild: Susann Duygu-D'Souza
Die Stadt Waldshut-Tiengen arbeitet derzeit an einem Konzept, mit dem Veranstaltungen in der Stadt, wie hier die närrische Gass am Fasnachtsmontag in der Kaiserstraße, grundsätzlich sicherer gemacht werden sollen. Bild: Susann Duygu-D'Souza | Bild: Susann Klatt-D'Souza

Das Ordnungsamt erarbeitet die Sicherheitsrichtlinien gemeinsam mit benachbarten Behörden wie der Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, der Polizei und dem Bauamt. Damit sollen nicht nur Großveranstaltungen mit Tausenden Besuchern sicherer werden, sondern auch kleinere Feste und Aktionen. Neben der korrekten Installation von gastronomischen Geräten wie Gas-Grills, der Abnahme von Elektrogeräten und dem Vorhandensein von Feuerlöschern oder dem Einhalten von Hygienevorschriften gibt es auch konkrete Vorgaben, die im Falle eines Notfalls zum Tragen kommen.

So sind in den Innenstädten, wie auch in geschlossenen Räumen und Zelten stets Fluchtwege freizuhalten und zu markieren, damit im Falle einer Panik genügend Raum zum Ausweichen zur Verfügung steht. Damit Rettungskräfte ungehindert operieren können, sind zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten oder bei Stadtfesten ausreichend große Abstände zwischen Ständen und Hindernissen einzuhalten. Hierzu sind in dem Konzept Pläne vorgesehen, aus denen hervorgeht, wo welche Stände platziert werden können. „Je mehr der geltenden Vorschriften eingehalten werden, desto sicherer ist die Veranstaltung“, sagt Jürgen Wiener, „wir wollen hierzu beraten und weiterhelfen“.

Um dies zu erreichen werden auch in Zukunft Beamte des Ordnungsamts sowie der Gesundheits- und Veterinärämter auf Veranstaltungen ihre Runden drehen. Schon heute gilt: Wer sich nicht an geltende Vorschriften hält, muss nachbessern und in manchen Fällen wird auch ein Bußgeld fällig. Werden zu viele Mängel festgestellt, kann ein Stand ausgeschlossen oder sogar die gesamte Veranstaltung abgesagt werden. Das gut 50-seitige Konzept soll bis Herbst dieses Jahres fertiggestellt sein und in Form einer Checkliste auf ein einziges DIN-A4-Blatt passen. Darüber hinaus sind Schulungen für Veranstaltungsleiter geplant.

Was Veranstalter beachten müssen

  • Veranstaltungen: Zu den größten Veranstaltungen im Stadtgebiet zählen die Waldshuter Chilbi mit Festumzug und Feuerwerk, die Waldshuter Filmnächte, der große Töpfermarkt, die Musiknacht Waldshut, Food meets Fashion, der Waldshuter Weihnachtsmarkt sowie in Tiengen der Schwyzertag, mit Festumzug und Feuerwerk, die Hoorige Mess', der Kunst- und Handwerkermarkt, das Erntefest, der Licht- und Feuerabend, das Jazzfest und der Tiengener Weihnachtsmarkt.
  • Richtlinien: Veranstaltungen müssen bis spätestens drei Monate vor ihrem Beginn angemeldet werden. Die Besucherzahl ist so zu bemessen, dass eine Personendichte von zwei Personen pro Quadratmeter nicht überschritten wird. Neben Richtlinien zur Hygiene, zu Fluchtwegen, ihrer Kennzeichnung und dem Brandschutz gibt es auch weniger bekannte, wie die zum Winkel der Beschallungsrichtung von Lautsprechern, der Mindestanzahl an Feuerlöschern und die Notwendigkeit der Genehmigung von Bestuhlungsplänen.