Schwarze Hähne sollen sein Leben schützen. Nach diesem alten Voodoo-Ritual, bei dem Hähne für Gott geopfert werden, wird auch Toubib, ein französischer Geheimdienstagent, von seinem Freund Bruno Levy bei seiner schwierigen Mission beschützt. Toubib ist der Ich-Erzähler im ersten Abenteuerroman von Klaus Sandrock. Sein Roman heißt "Schwarze Hähne für Massa Gadou". Massa Gadou bedeutet in Guyana, wo der Roman beginnt, Gott.

Doch das eigentliche Geschehen spielt in Afrika, genauer im Kongo. Kleiner Tipp: Man sollte beim Lesen vielleicht gleich einen Atlas benutzen, um die vielen Orte, Flüsse oder Seen zu lokalisieren, in denen sich das dramatische Geschehen abspielt.

Eigentlich wollte sich Toubib zur Ruhe setzen, doch seine Zentrale in Paris überrascht ihn mit einem neuen Auftrag: Nach außen soll seine Reise in den Kongo als harmlose Expedition ins Landesinnere wirken. Doch der Auftrag ist höchst gefährlich: Er soll mit einigen Begleitern ein militärisches Ausbildungslager von Rebellen am Lac Tumba erkunden, weil man von dort einen Anschlag der Dschihadisten gegen die Amerikaner vermutet.

Doch diese Erkundungstour läuft schnell aus dem Ruder und entwickelt sich zum offenen Krieg: Die Gruppe wird auf einem Frachter bedroht und bestohlen, von Kongolesen im Basargetümmel angegriffen und auf einem Schiff auf dem Kongo bombardiert. Und sie wird auch erpressbar, weil Toubibs zufällig dazu stoßender Patensohn Jean von den "Bösen" als Geisel genommen wird. Höhepunkt ist schließlich das dramatische Zusammentreffen der Expedition mit den Rebellen im tiefsten Dschungel.

Das Buch ist spannend und mit viel Afrikakenntnis geschrieben. Auch die hochbrisanten politischen Verhältnisse und Machtkämpfe werden – vielleicht zu detailliert und dadurch zunächst verwirrend – deutlich. Wunderbar anschaulich die Dschungelbeschreibung. Klar und mit teils deftiger Sprache zeichnet der Autor die "Guten" und die "Bösen". Einzig befremdlich ist im ganzen Buch das Schreiben ohne Absätze und Überschriften. Das macht das Lesen anstrengend. Aber das Opfer der "Schwarzen Hähne" rettet den Ich-Erzähler Toubib und seine Crew schließlich doch vor allen Gefahren.

Buch: "Schwarze Hähne für Massa Gadou" von Klaus Sandrock, Verlag Schweizer Literaturgesellschaft, 179 Seiten, 16 Euro.

"Nirgens bin ich öfter gebissen worden"

Herr Sandrock, woher haben Sie ihre Afrika- und Dschungelkenntnisse?

Ich war dort ein paar Mal. Seit meinem Militärdienst interessiert mich die politische Lage dort und der Kampf zwischen Schiiten und Sunniten. Immer wieder sammle ich dazu Artikel. Und den Dschungel kenne ich, weil ich nirgends öfter gebissen wurde.

Beruht Ihr Abenteuerroman auf Wahrheit?

Nein, ich habe die Geschichte aufgearbeitet und verdreht. Ausgegangen bin ich von den ersten Anschlägen von Bin Laden in Dalissalam und Nairobi. Einzig die Romanfigur Francois Susky gibt es wirklich. Und der Ich-Erzähler Toubib – wörtlich übersetzt „Doktor“ – bin ich selber.

Werden Sie weiter schreiben?

Ja, ich schreibe eigentlich seit meinem 16. Lebensjahr. Auch jetzt habe ich zwei Romane in Arbeit, eins spielt in der Sahara und eins in Zürich.