Lang haben Kirchgänger auf das vertraute Glockengeläut verzichten müssen, jetzt ist ein Ende ihres Verstummens absehbar: Der marode, einsturzgefährdete Dachreiter der katholischen Gottesackerkapelle im Waldshuter Stadtpark wird saniert. Danach dürfen die drei Glocken darin wieder schlagen. Dies nicht "nur" für die Anlässe in der Gottesackerkapelle, sondern wie bisher auch, im Geiste der Ökumene: Die Glocken werden auch wieder zu den Gottesdiensten in die nur wenige Schritte entfernte evangelische Versöhnungskirche einladen. Dort und auch im evangelischen Pfarrhaus sind Schalter, mit denen ihr Läuten ausgelöst werden kann.

Ökumenische Sanierung

Dass die Gottesacker-Glocken wieder schlagen, ist im Interesse beider Kirchen, deshalb wird jetzt auch ökumenisch saniert: Die katholische und evangelische Kirchengemeinde Waldshut teilen sich die Kosten in Höhe von 80 000 bis 100 000 Euro. Damit die Sanierung auch zur Sache der Gemeindemitglieder wird, laden Dekanin Christiane Vogel (evangelische Kirchengemeinde) und Pfarrer Ulrich Sickinger (katholische Kirchengemeinde) am 16. September zu einem ökumenischen Glockenfest ein.

<strong>Gemeinsames Glockengeläut:</strong> Blick vom Eingangsbereich der katholischen Gottesackerkapelle zur evangelischen Versöhnungskirche, die keine eigenen Glocken hat.
Gemeinsames Glockengeläut: Blick vom Eingangsbereich der katholischen Gottesackerkapelle zur evangelischen Versöhnungskirche, die keine eigenen Glocken hat.

Es beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Versöhnungskirche, der von Dekanin Vogel und Pfarrer Sickinger geleitet wird. Ein Projektchor aus Mitgliedern beider Kirchen wird die Bach-Kantate "Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut" singen. Danach geht es nahtlos über in ein geselliges Beisammensein im Stadtpark mit vielen Angeboten, die von den Gemeindeteams beider Kirchen organisiert werden.

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Dazu gehören Stände mit Mittagessen und Kuchen in großer Auswahl, Spielangebote für Kinder und ein Schätz-Wettbewerb. Sämtliche Einnahmen aus dem Glockenfest werden für die Sanierung des Dachreiters der Gottesackerkapelle verwendet.

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Das gemeinsame Tragen der Kosten und das gemeinsame Fest sind für Pfarrer Sickinger und Dekanin Vogel besonderer Ausdruck der guten Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchen. Beiden liegt die Ökumene sehr am Herzen, selbstverständlich sei sie aber keineswegs. "Wir haben ein tolles Miteinander und können fast alles zusammen machen", so Pfarrer Sickinger.

"Christen halten zusammen"

Und Dekanin Vogel: "Wir halten als Christen zusammen, was uns verbindet ist wichtiger als was uns trennt." Beiden ist bewusst, dass am Tag des Glockenfestes auch der Tag der offenen Tür in der neuen Stadthalle ist. Der Ratschlag von Dekanin Vogel für "Stadthallen- Interessierte": "Nach dem Mittagessen bei uns hinüber schlendern zur Stadthalle."