In der Schweiz ist (fast) alles teurer, deswegen (und natürlich wegen der Mehrwertsteuer-Rückerstattung) kommen ja die eidgenössischen Einkaufstouristen immer noch in Scharen nach Waldshut, obwohl die Sanierung der Kolpingbrücke seit Monaten für zusätzliche Staus sorgt.

Nicht nur für Lebensmittel, Kleidung und Möbel muss auf der anderen Seite des Rheins mehr bezahlt werden. Auch in einem speziellen Dienstleistung-Sektor, nämlich der polizeilichen Verkehrsüberwachung, gelten deutlich höhere Sanktionen.

Im Vergleich dazu nehmen sich die Bußgelder, die hierzulande etwa bei Parkverstößen drohen, geradezu milde aus. Man muss also als Schweizer in Deutschland schon etliche Knöllchen kassiert haben, ehe der Preisvorteil bei den Einkäufen dahingeschmolzen ist. Das gilt übrigens auch für andere Delikte aus der Welt der öffentlichen Ordnung.

Im Kanton Aargau hat der Große Rat jetzt einen massiven Aufschlag für Umweltfrevler beschlossen: Wer etwa einen leeren Getränkebecher auf den Gehweg wirft und dabei erwischt wird, muss 300 Franken zahlen. Auch hier ist Waldshut-Tiengen (wo der Gemeinderat vor zwei Jahren die Polizeiverordnung um Verunreinigungs-Verbote ergänzt hat) zumindest beim Einstiegstarif billiger. Der liegt für vergleichbare Vergehen – wozu beispielsweise auch der auf den Gehweg geworfene Zigarettenstummel und der auf die Ruhebank geklebte Kaugummi zählen – zwischen 50 und 150 Euro.

Das heißt aber nicht, dass notorische Abfallsünder in der Kreisstadt entspannt ihren Neigungen nachgehen können. Wer etwa glaubt, ständig seinen Hausmüll in die öffentlichen Papierkörbe stecken zu können, kann mit bis zu 5000 Euro belangt werden. Für diese Summe kann man eine ganze Menge blauer Säcke vom Landkreis erwerben.

Gegen weggeworfene Kippen hat die Stadt Waldshut-Tiengen übrigens unlängst auch ein spezielles Verbot erlassen: Das Rauchen auf öffentlichenSpielplätzen ist untersagt.

Gegen Vermüllung der Landschaft kämpfen immer mehr Menschen auch in ehrenamtlicher Privatinitiative: Der Trend „Plogging„ verbindet sportliches Laufen mit dem Einsammeln von Abfall.