An die Kreuzigung Jesu und die Bedeutung für die Menschen erinnerte der evangelische Pfarrer Hartwig Bopp-Wieland im Karfreitagsgottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut. „Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt, wie können wir das begreifen und was hat Jesu Tod mit uns zu tun?“ Es habe viele Versuche gegeben, das Unfassbare in Worte oder Bilder zu fassen. Von einem „Opfer“ spreche der Hebräerbrief im 9. Kapitel. „Christus ist in den Himmel eingegangen. Durch sein eigenes Opfer hat er bewirkt, dass die Menschen befreit werden von der Macht der Sünde.“

Heutzutage sei der Begriff „Opfer, sich opfern“ oft negativ, manchmal ambivalent besetzt. Niemand wolle ein Opfer sein, oder geopfert werden. Jesus habe sich geopfert, um Gottes Willen zu erfüllen. Im Hebräerbrief stehe dazu: „Nur dort, wo Leben eingesetzt wird, kann neues Leben entstehen.“ Gott opfere sich selbst, damit wir frei würden von der Macht der Sünde. „Dieses Opfer ist ein Zeichen der göttlichen Liebe. Diese Liebe erfahren wir im Abendmahl und wir bekommen Anteil an diesem Opfer“, sagte der Geistliche. Den musikalischen Rahmen bekam der Gottesdienst durch die Kantorei Hochrhein, die unter Leitung von Matthias Flierl Werke von Johannes Kuhnau, Gottfried Humilius und Rudolf Zöbeley dargeboten hatte.

Musikalisch wurde der Karfreitagsgottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche von der Kantorei Hochrhein begleitet.
Musikalisch wurde der Karfreitagsgottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche von der Kantorei Hochrhein begleitet. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Zahlreiche Gläubige kamen zum feierlichen Ostergottesdienst in der katholischen Liebfrauenkirche. Pfarrer Ulrich Sickinger und Diakon Markus Schmitt hielten gemeinsam den Gottesdienst. An die Auferstehung erinnerte Sickinger in seiner Osterpredigt. „Das leere Grab erinnert mich an eine Kriminalgeschichte“, stellte Sickinger fest. Eine Leiche werde gefunden, Blutspuren gesucht. Im heutigen Evangelium aber werde keine Leiche gefunden, es werde eine Leiche vermisst. Maria kam zum dunklen Grab, der Stein war weg, wo war die Leiche? „Johannes war ein Jünger, den Jesus besonders liebte. Er war der Erste, der glaubte“.

Zahlreiche Gläubige kamen zum feierlichen Ostergottesdienst in der katholischen Liebfrauenkirche. Pfarrer Ulrich Sickinger und Diakon Markus Schmitt zelebrierten gemeinsam den Gottesdienst.
Zahlreiche Gläubige kamen zum feierlichen Ostergottesdienst in der katholischen Liebfrauenkirche. Pfarrer Ulrich Sickinger und Diakon Markus Schmitt zelebrierten gemeinsam den Gottesdienst. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal

Sickinger vermutet, dass es bei uns allen so sei. „Wo wir uns geliebt und angenommen fühlen, da glauben wir.“ Ist die Auferstehung ein Fantasieprodukt, eine Wunschvorstellung? „Jesus lebte, Jesus ist auferstanden; wo der Leichnam ist, spielt keine Rolle.“ Jesus sei dann auferstanden, wenn er unter den Menschen lebe. „Er ist dann unter uns, wenn wir in seinem Namen zusammenkommen und für ihn eintreten. Ich wünsche uns allen, dass dies ein Aufbruch ist zum Leben, denn Jesus lebt mitten unter uns“, sagte Sickinger. Für den festlichen Rahmen sorgte der Kirchenchor, der unter der Gesamtleitung von Anne Roosmann die „Missa brevis“ von Joseph Haydn intonierte. Den Part des Solo-Soprans hatte Susanne Filser.

Zahlreiche Gläubige kamen zum feierlichen Ostergottesdienst in der katholischen Liebfrauenkirche. Pfarrer Ulrich Sickinger und Diakon Markus Schmitt hielten gemeinsam den Gottesdienst.
Zahlreiche Gläubige kamen zum feierlichen Ostergottesdienst in der katholischen Liebfrauenkirche. Pfarrer Ulrich Sickinger und Diakon Markus Schmitt hielten gemeinsam den Gottesdienst. | Bild: Susanne Schleinzer-Bilal