Mit vielen Erinnerungen feiert der Tennisclub Rot-Weiß Tiengen am Samstag sein 50-jähriges Bestehen. "In einem kurzen Festakt werden wir uns der Frauen und Männer erinnern, die den Verein 1968 ins Leben gerufen haben. Erinnern werden wir uns aber auch an die großen Erfolge im Leistungsbereich, die den TC RW Tiengen zur Tennis-Hochburg am Hochrhein machten", verspricht Vorsitzender Andreas Naumann (52) bereits im Vorfeld der Veranstaltung.

<strong>Vorsitzender:</strong> Andreas Naumann
Vorsitzender: Andreas Naumann | Bild: Salzmann, Günter

Und diese Erfolge können sich sehen lassen, obwohl die ersten 20 Jahre des TC Tiengen eigentlich nur durch Wettkämpfe auf Bezirksebene, Vereinsmeisterschaften und einer ständigen Verbesserung der Platzanlage an der Schlücht geprägt wurden. Der sportliche Höhenflug begann erst 1988. Und für den waren zwei Eigengewächse zuständig: Gerd Albiez und Christoph Back.

Legten den Grundstein für den sportlichen Höhenflug des TC RW Tiengen: Christoph Back und Gerd Albiez. Auf unserem Bild nach einem Sieg im Doppel 1988.
Legten den Grundstein für den sportlichen Höhenflug des TC RW Tiengen: Christoph Back und Gerd Albiez. Auf unserem Bild nach einem Sieg im Doppel 1988. | Bild: privat

Unter der Regie von Fördertrainer Bernd Ganter räumten sie schon als Jugendspieler fast alles ab, was zu gewinnen gab. Und als Aktivspieler sorgten sie bei ihren Mitspielern für eine Leistungsexplosion, führten so die erste Mannschaft über die Bezirksmeisterschaft gleich in die Verbandsliga. Es folgte ein Boom, der rückblickend viele Talente vom Hochrhein zum TC Tiengen führte, nicht zuletzt weil auch der Badische Tennisverband Tiengen zum Leistungszentrum machte.

Talente reiften im Leistungszentrum

Auch wenn Albiez und Back zwischendurch beruflich bedingte Abstecher zu Vereinen in der zweiten Bundesliga machten: Der TC Tiengen blieb sowohl bei den Damen wie auch bei den Herren dem überbezirklichen Tennis erhalten. Hier reiften dank des Leistungszentrums laufend neue Talente, so dass auf überregionaler Ebene die Herrenmannschaft munter mitmischte, über die Badenliga bis in die zweite Bundesliga im Jahre 2003 aufsteigen konnte.

Die Platzanlagen mit dem Vereinsheim im November 2018.
Die Platzanlagen mit dem Vereinsheim im November 2018. | Bild: Salzmann, Günter

"Freilich ging das auf diesem Niveau nur mit Verstärkung aus anderen Vereinen, doch Ausgangspunkt war stets das Leistungszentrum und die gute Vereinsarbeit beim TC RW Tiengen", erzählt Back, der mittlerweile 48 Jahre alt ist. Im Bundesligateam, dessen Manager Peter König war, spielten Vaugh Snyman, Gerd Albiez, Timo Beha, Riad Sawas, Phillip Gründler, Luben Pampulov, Peter Peham und Christoph Back. "Nahezu 500 Zuschauer säumten damals bei den Heimspielen die Spielfelder an der Schlücht", erinnert sich Christoph Back, der heute als Jugendtrainer zusammen mit Robert Plischke, Tim de Heer und Paola Sprovieri laufend neue Talente formt.

Die erste Damenmannschaft des TC Rot-Weiß Tiengen, die 2003 in der Oberliga spielte (von links): Niccole Delaye, Simone Zipfel, Simona Back, Karin Albrecht Claudia Schörgenhofer, Nicole Kromer, Sugnet Snyman und Alexandra Winter.
Die erste Damenmannschaft des TC Rot-Weiß Tiengen, die 2003 in der Oberliga spielte (von links): Niccole Delaye, Simone Zipfel, Simona Back, Karin Albrecht Claudia Schörgenhofer, Nicole Kromer, Sugnet Snyman und Alexandra Winter. | Bild: privat

Gleiches gilt für das Damentennis, das vom Leistungszentrum an der Schlücht gleichermaßen profitierte. Von der Bezirksliga bis in die Oberliga führte deren Erfolgszug, wobei auch Rückschläge gut verkraftet wurden. Zum Oberligateam 2003 zählten Nicole Delaye, Simone Zipfel, Simona Back, Karin Albrecht, Claudia Schörgenhöfer, Nicole Kromer, Sugnet Snyman und Alexandra Winter, die mit ihren Erfolgen Vereinsgeschichte mitgeschrieben haben.

Viele Titelgewinne im Einzel

Abgerundet wurden die vielen Erfolge Tiengener Talente in Einzelwettbewerben bei Bezirks-, Verbands- Badischen-, Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften. Tim Rühl, zum Beispiel, wurde zweimal Deutscher Jugendmeister, spielt heute Collegetennis in den USA. Unzählige Titelgewinne und Turniersiege feierten weitere Tiengener Talente, womit sich der TC Rot-Weiß im Laufe der Jahre zur Tennis-Hochburg in Baden mauserte.

<strong>Deutscher Jugendmeister:</strong> Tim Rühl.
Deutscher Jugendmeister: Tim Rühl. | Bild: privat

Heute backt man beim Tennis-Club in Tiengen kleinere Brötchen. "Wir spielten zwar im Jubiläumsjahr mit dem Herren- und Damenteam nach wie vor in der Oberliga Baden, doch der Elan im Vereinsleben hat etwas nachgelassen", beklagt Vorsitzender Alexander Naumann. Naumann steht übrigens zusammen mit Tim de Heer seit April dieses Jahres an der Spitze des Vereins, war zuvor drei Jahre Schatzmeister und setzt die kontinuierliche Vereinsarbeit seiner Vorgänger fort.

Beginn mit Zeitungsaufruf 1968

Und die begann 1968 mit einem Zeitungsaufruf durch Zahnarzt Bernhard Fehler, der Interessenten für die Gründung eines Tennis-Clubs suchte. Über 40 Personen fanden sich daraufhin am Freitag, 11. Oktober 1968, im Hotel Bercher ein, gründeten den TC Rot-Weiß Tiengen. Zum Vorsitzenden wurde Stadtbaumeister Roland Wenz gewählt. Ihm folgten bis zur 50-Jahrfeier Bernhard Fehler, Berthold Kopp, Joachim Friede, Manfred Tefert, Heiner König, Dietmar Wieland, Michael Schütz, Thomas Nägele, Gerd Albiez, Roman Schiermaier, Gerhard Horstmann und Karin Albrecht und seit April 2018 Andreas Naumann und Tim de Heer.

Das Oberligateam des TC Rit-Weiß Tiengen im Jubiläumsjahr (von links): Leon Back, Henri Ohl, Oliver Mrose, Yanik Kälin, Simon Glöckner, Marvin Kromer, Klaus-Daniel Umland. Es fehlen Raphael Lustenberger, Ingas Villacampa und Dominik König.
Das Oberligateam des TC Rit-Weiß Tiengen im Jubiläumsjahr (von links): Leon Back, Henri Ohl, Oliver Mrose, Yanik Kälin, Simon Glöckner, Marvin Kromer, Klaus-Daniel Umland. Es fehlen Raphael Lustenberger, Ingas Villacampa und Dominik König. | Bild: Welte, Gerd

Sie alle führten das Vereinsschiff durch ruhige und unruhige Gewässer. Markante Höhepunkte waren neben den sportlichen Erfolgen der Vereinsheim-Bau 1987 sowie die Erweiterung der Platzanlagen von zunächst zwei auf vier und später auf sechs Spielfelder. Möglich war das durch großen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz der TC-Mitglieder, wobei in der Ära Bernhard Fehler und Rudolf Koch besonders viel bewegt wurde. Sie sind zusammen mit dem vor einem Jahr verstorbenen Alois Busam die einzigen Ehrenmitglieder des Vereins.

Zentrum für den Freizeitsport

50 Jahre TC RW Tiengen sind aber mehr als nur Siege und Niederlagen, Volleys und Netzroller. Sie sind auch 50 Jahre Begegnung von Menschen, die durch den Filzball sich einander näher gekommen sind, Spaß durch Sport und Spiel hatten. So gesehen war der TC RW Tiengen seit jenem 11. Oktober 1968 auch ein Zentrum für den Freizeitsport.