Waldshut – Als hätte es nicht tagelang geregnet, schien gestern Morgen bei blauem Himmel die Sonne über Waldshut. Die Straßen im Stadtteil Schmittenau am Rhein waren gestern Morgen wieder trocken, auf der Tennisanlage wurden Bälle geschlagen. Die Zufahrt zum Rheincamping weiter zum Freibad mitsamt den Parkplätzen und der Rheinweg – wasserfrei.

Auf der Minigolfanlage am Rhein ist Pächterin Claudia Rünzi kurz vor 10 Uhr dabei, ihren Gastronomiebereich fürs Tagesgeschäft herzurichten, ein Gast sitzt schon draußen beim Kaffee. „Wir haben Glück gehabt. Was Sie hier noch auf der Anlage sehen, ist lediglich Grundwasser. Das wird jetzt schnell trocknen“, sagt sie. Vor drei Jahren sah es hier anders aus. „Da floss viel Schlamm vom Rhein herein. Wir mussten drei Wochen lang schließen. Zum Glück haben wir Helfen, die dann mit anpacken, auch von der Interessengemeinschaft Schmittenau werden wir unterstützt.“ Die Aarauer Straße entlang dem VfB-Platz in der Schmittenau, wo die Feuerwehr Pumpen installiert hatte, war trocken und ohne Probleme befahrbar.

Erst vor einer Woche war die renovierte Minigolfanlage eröffnet worden. Karl-Heinz Gerwert, Schatzmeister der Minigolffreunde, erinnerte sich bei der Gelegenheit an das Jahrhunderthochwasser im Jahr 1999: „Damals stand bei dem Kiosk auf unserem Gelände sogar die Einbauküche unter Wasser." In Hauenstein wurde damals ein Pegelstand von 11,20 Meter gemessen, die Meldemarke liegt bei acht Metern.

Auf dem Rheincamping haben Sonja und Oliver Bier den Rheinpegel und eventuelle Hochwasserwarnungen seit Tagen im Auge. „Wir haben auch eine Nachtwache eingerichtet“, sagte gestern Morgen Sonja Bier, „damit wir schnell reagieren könnten.“ Ihre Anlage blieb von Hochwasser verschont. „Wir haben vorsorglich den Campern gesagt, dass sie ihre Zeltvordächer nicht aufbauen sollen. Die abzubauen, würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, falls der Platz geräumt werden müsste.“ „Aufgrund des Hochwassers ist der Schiffsbetrieb momentan eingestellt“, informieren die Stadtwerke Waldshut-Tiengen auf ihrer Homepage. „Es besteht bei einem solchen Wasserstand auch die Gefahr, dass Baumstämme, die das Wasser mit sich führt, in die Schiffsschrauben geraten“, sagt Sonja Bier, die von ihrem Campingplatz direkt auf eine Anlegestelle schaut.

Der THW- Ortsverband hatte seinen einzigen Einsatz während der Regentage am Freitagmittag, als bei einem Betrieb im Gewerbepark Hochrhein das Flachdach einzuknicken drohte. Lagerregale fingen innen die Last auf und verhinderten ein Durchbrechen. Die Feuerwehr pumpte über die Drehleiter das Wasser ab und rief den Fachberater Bau des THW-Ortsverbands. Die erste THW-Bergungsgruppe stützte daraufhin das eingeknickte Dach mittels Holzbalken ab.