Waldshut-Tiengen Hilferuf gegen Stau: Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister schreibt Brief an Bundesregierung

OB Philipp Frank hat einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben und bittet um Unterstützung bei den Stauproblem zwischen Waldshut und Tiengen. Er fordert eine zweite Rheinbrücke, durch die der Verkehr entlastet werden könnte.

Der Stau zwischen Waldshut und Tiengen nimmt kein Ende. Ursache dafür sind die etlichen Laster, die auf dem Zollhof Waldshut im Gewerbepark Hochrhein abgefertigt werden. Hilfe und Unterstützung erhofft sich Waldshut-Tiengen Oberbürgermeister Philipp Frank jetzt von der Bundesregierung, an die er am Freitag einen offenen Brief verschickt hat. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel richtet er sein Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und an die hiesigen Bundestagsabgeordneten. OB Frank macht in seinem Brief auf die desolate Verkehrssituation am Hochrhein aufmerksam: "Das erhöhte Lkw-Aufkommen im Bereich Zollhof hemmt den Verkehrsfluss zwischen Waldshut und Tiengen in einer Weise, dass hier in Spitzenzeiten völliger Stillstand herrscht – trotz Fertigstellung einer dritten Spur." Weiter schreibt der OB: "Dieser Zustand ist nicht mehr hinnehmbar, weder für uns als Stadt, noch für die Region." Frank spricht von einem Schaden für den Wirtschaftsstandort. "Es geht um einen Dialog, in den wir jetzt kommen müssen", so OB Frank auf Nachfrage.

Als der Zollhof 2011 eröffnet wurde, ging man von rund 640 Lastern aus, die täglich abgefertigt werden. Heute sind es fast doppelt so viele. Als kurzfristigen Lösungsansatz könnte Frank sich vorstellen, die parkfreie Zeit auf dem Laster-Parkplatz am Zollhof zu verlängern. Viele Laster würden derzeit den Vorstauraum aufgrund der Parkkosten nicht nutzen. "Mit den Stadtwerken als Betreiber haben wir bereits gesprochen, und sie sind dabei, eine Lösung umzusetzen und die parkfreie Zeit zu verlängern", so OB Frank auf Nachfrage dieser Zeitung. Des weiteren schlägt er vor, die Öffnungszeiten an die benachbarten Abfertigungsstellen anzupassen. Denn in Waldshut-Tiengen öffnet die Zollabfertigung eine Stunde früher und sei deshalb so attraktiv. Denkbar ist für Frank auch, dass die Polizei zu Stoßzeiten den Verkehr um den Kreis herum regeln könnte.

Mittelfristige Lösungsansätze sieht Frank in der lang geforderten zweiten Rheinbrücke. "Grundsätzlich könnte man auch darüber nachdenken, ob in Laufenburg und Rheinheim nicht auch Lkw abgefertigt werden können", so Frank. Zu prüfen sei auch eine Behelfsausfahrt auf der B 34 aus Richtung Tiengen vor dem Obi für Autofahrer. Nach Ansicht Franks ist auch eine Verlängerung der dritten Spur – als Lkw-Stauspur – auf der B 34 ab dem Kreisel in Richtung Tiengen denkbar.

Diese Lösungsansätze formuliert der Oberbürgermeister in seinem offenen Brief


  1. Kurzfristig könnte eine Verlängerung der parkfreien Zeit auf dem Lkw-Parkplatz von 10 auf 30 Minuten helfen. Denn nach unserer Kenntnis nutzen Lkw-Fahrer den Vorstauraum vielfach nicht, um Parkgebühren zu sparen. Bei 30 Minuten gebührenfreier Parkzeit würde die Akzeptanz des Parkplatzes zunehmen – zumal eine Abfertigung nur zwischen zehn und 30 Minuten dauert.
  2. In der Anpassung der Öffnungszeiten des Zollhofes Waldshut-Tiengen an die benachbarten Abfertigungsstellen (z.B. Rheinfelden und Bietingen) sehen wir eine weitere Möglichkeit. Soweit wir wissen, ist Waldshut-Tiengen für viele Speditionen gerade deshalb attraktiv, weil die Abfertigung hier eine Stunde früher beginnt.
  3. Hilfreich wäre, wenn bei Staus auf der B 34 die Polizei den Verkehr regeln würde. Konkret geht es hierbei um den Kreisel vor dem Gewerbepark Hochrhein.
  4. Mittelfristig braucht es im Bereich der Zollabfertigung Waldshut-Tiengen ganz sicher zusätzlichen Park- bzw. Vorstauraum. Da die Güterverkehre eher zu- als abnehmen, lassen sich Rückstaus aus dem Gewerbepark auf die B 34 – und damit die Behinderung des Durchgangsverkehrs ebendort – auf Dauer nur so vermeiden.

Umsetzbar wäre dies durch

  • den Ankauf oder die Pacht von Flächen im Gewerbepark Hochrhein bzw. im Bereich Vordere Rohhalde durch den Bund und deren Umwidmung in Parkflächen,
  • die Verlängerung der dritten Spur auf der B 34 ab dem Kreisel in Richtung Osten (Tiengen) als Lkw-Stauspur,
  • die Einrichtung eines Vorstauraums jenseits der Gemarkung Waldshut-Tiengen – vergleichbar dem Beispiel Konstanz –, um Lkws schon ganz früh abzufangen.
  1. Grundsätzlich könnte man darüber nachdenken, ob in Laufenburg und Rheinheim nicht auch Lkw abgefertigt werden könnten.
  2. Auch eine Behelfszufahrt auf der B 34 aus Fahrtrichtung Tiengen vor dem OBI-Baumarkt (nur für Pkw) wäre zu prüfen, weil so – bei Stau – zumindest Mitarbeiter und Kunden wieder schneller zu den dort ansässigen Firmen kämen.
  3. Und ganz besonders braucht es natürlich die lange geforderte zweite Rheinbrücke, die den privaten und gewerblichen Grenzverkehr in der Region nachhaltig und völlig neu ordnen würde.

 

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