Er ist erst 17 Jahre alt, besucht das Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und spielt im Verbandsjugendorchester Fagott. Doch das Musizieren liegt derzeit ebenso auf Eis wie der regelmäßige Gang zur Schule. Denn der 17-jährige Felix aus Waldshut ist an Blutkrebs erkrankt. Wie für viele Blutkrebspatienten ist eine Stammzellenspende seine einzige Überlebenschance.

Helfen kann ihm eine Stammzellen-Transplantation. Damit ein geeigneter Spender möglichst schnell gefunden wird, startet das Verbandsjugendorchester Hochrhein eine Typisierungsaktion. Und zwar am Samstag, 21. April, in der Hochrheinhalle in Waldshut.

Kanufahrer und Fagottspieler

In einer gemeinsamen Pressemitteilung des Verbandsjugendorchesters und der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) heißt es: "Felix ist eigentlich ein ganz normaler Junge, er besucht das Hochrhein-Gymnasium, fährt in seiner Freizeit gerne Kanu und spielt Fagott."

Seit er und seine Eltern jedoch von der Diagnose Blutkrebs erfahren hätten, seien Krankenhausaufenthalte der Alltag. Momentan warte er auf eine Transplantation. Denn nur die Stammzellen eines Fremden könnten ihm helfen, wieder gesund zu werden.

Oft fehlt der passende Spender

Leider fänden zu viele Patienten keinen passenden Spender, jeder zehnte Betroffene warte vergeblich. "Deshalb ist es wichtig, dass sich möglich viele Menschen als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden", sagt Julia Huber. Sie musiziert ebenfalls im Verbandsjugendorchester und hat gemeinsam mit weiteren Musikern und der DKMS die Registrierungsaktion organisiert.

Felix Schreiner ist Schirmherr

Unterstützt wird die Aktion von Felix Schreiner, Präsident des Blasmusikverbandes Hochrhein und CDU-Bundestagsabgeordneter. Für ihn "eine Selbstverständlichkeit, sich für diese wichtige Sache einzusetzen". Schreiner: "Ich hoffe, dass sich viele Menschen an dieser Aktion beteiligen und wir gemeinsam den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit gewinnen." Er selbst sei bereits typisiert.

Der Test

Bei der Typisierung wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen. So können die Gewebemerkmale des Spenders untersucht werden. Passen diese dann zu den Gewebemerkmalen des Patienten, werden im späteren Verlauf mit einer Blutprobe weitere Werte ermittelt.

Die Aktion

Die kostenlose Typisierungs-Aktion des Verbandsjugendorchesters ist am Samstag, 21. April, 11 bis 15 Uhr, in der Hochrheinhalle Waldshut, Waldtorstraße 12. Helfen können alle 17- bis 55-Jährige. Auch Geldspenden werden benötigt, da für jede Registrierung Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Typisierungsaktionen mobilisieren die Region

Im aktuellen Fall des an Blutkrebs erkrankten 17-jährigen Felix aus Waldshut werden hilfsbereite Menschen gesucht, die sich als Stammzellenspender registrieren lassen. Bereits in der Vergangenheit folgten zahlreiche Menschen in der Hochrhein-Region den Aufrufen zu Typisierungsaktionen, so wie vor zwei Jahren in Bannholz und für die damals achtjährige Noemi aus Schopfheim in 2014:

  • Bannholz:
    Beinahe 1000 Menschen kamen im März 2016 in die Lignotrend-Halle in Bannholz, um sich für den an Leukämie erkrankten Matthias Eckert aus Albbruck als Stammzellenspender registrieren zu lassen.
  • Schopfheim:
    Besonders groß war die Hilfsbereitschaft im Fall der damals achtjährigen Noemi Faraone aus Schopfheim. Bereits im Alter von vier Jahren erkrankte Neomi an Leukämie, konnte die Krankheit nach intensiver Therapie aber vorerst überwinden. Im Oktober 2013 stellten die Ärzte dann erneut Leukämie bei ihr fest – eine Stammzellenspende wurde unerlässlich. Im März 2014 fanden sich rund 3500 Menschen in der Schopfheimer Stadthalle ein, um sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen, in der Hoffnung, ein geeigneter Spender für Noemi zu sein. Ihr Spender war bei der Typisierung in Schopfheim nicht dabei, sondern hatte sich bereits ein Jahr vor der Aktion als Stammzellenspender registrieren lassen.

Hintergrund: Auf Wunsch der Eltern veröffentlichen wir in diesem Beitrag weder ein Bild noch den vollen Namen des Patienten.