Kreis Waldshut/Lauchringen – Nicht mehr lange, und der kleine Hügel, den der Konfitürenhersteller Simmler gestern hat einsäen lassen, wird mit Grün und Blumen bedeckt sein. Die Lauchringer sind die erste Firma, die sich an dem Projekt „Blühender Naturpark Südschwarzwald“ beteiligt. 60 der 100 Gemeinden des Naturparks, der fünf Landkreise und einen Stadtkreis umfasst, sind schon dabei und haben attraktive und ökologisch wertvolle Bereiche geschaffen. Mit der Kampagne soll das Bewusstsein für die Vielfalt und Bedeutung von Pflanzen und Tieren in unserer Umgebung geschärft werden, wie Marion Dammann, Lörracher Landrätin und Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, erläuterte: „Etwa 35 Prozent unserer Nahrung und über 80 Prozent der Kulturpflanzen sind von einer Blütenbestäubung durch Insekten abhängig.“ Und die Gemeinden sparen Geld: „Eine solche Wiese kann sich selbst überlassen werden“, so Marion Dammann. Zudem seien die Blüten die größte Freude für die Menschen.

Die Wildblumenwiese, wie sie jetzt auf dem Simmler-Areal entsteht, ist nur ein Beispiel für die Firmenphilosophie, die schon lange Nachhaltigkeit in allen Bereichen und Bemühen um Natur- und Artenvielfalt beinhaltet. Geschäftsführer Norbert Münch nannte als Beispiel eigene Obstplantagen im Landkreis und führte gestern in einem kurzen, schneefreien Moment zu einer Wiese neben dem Firmengebäude. „Wenn zwischen den Parkflächen der Salbei blüht, sehen wir hier viele Bienen.“ Ein Beispiel, wie mit einfachen Mitteln viel erreicht werden kann, so Münch. Auch der Hügel neben dem Eingang auf das Firmengelände soll so natürlich wachsen.

Auch die Gemeinde Lauchringen hat schon Wiesen angelegt, und Lauchringens Bürgermeister Thomas Schäuble freute sich gestern: „Es ist wertvoll, wenn sich Betriebe so innovativ zeigen. Ich hoffe, dass die Saat aufgeht!“

  • Der Naturpark Südschwarzwald pflegt seit 2013 seine Kampagne „Blühender Naturpark“. Die aktuelle Kampagne begann am Mittwoch auf dem Betriebsgelände des Konfitürenherstellers Simmler in Lauchringen mit der ersten Wildblumenaussaat des Jahres. Naturparkgemeinden, Naturschutzverbände und Imkervereine sorgen dafür, dass der Naturpark blumenbunt wird.
  • Wie? Unter anderem durch Pflegeextensivierung oder auch durch Ausbringen von Blumensaaten auf innerörtlichen Flächen wie Kreisverkehren.
  • Wo? Auf privaten Arealen, zum Beispiel in Hausgärten. Von Naturpark gibt es Samentütchen „Saat. Gut!“ fürs eigene Blumenbeet im Privatgarten. Kleine Mengen, fünf bis zehn Tütchen, können in der Geschäftsstelle des Naturparks Südschwarzwald bestellt werden. Die Tütchen kosten nichts, lediglich das Porto muss bezahlt werden. Es gibt auch eine Informationsbroschüre mit Pflanztipps für das eigene Zuhause.
  • Hilfestellung des Naturparks: Vermittlung von Saatmischungen mit heimischen Pflanzenarten, die zum jeweiligen Standort passen; durch ansprechende Hinweisschilder; Information der Öffentlichkeit; Faltblatt mit Informationen zu der Kampagne.
  • Was kann jeder einzelne tun?: Verschiedene heimische und dem Standort angepasste Blühpflanzen verwenden. Früh, mittel und spät blühende Pflanzen anbauen, damit es im bis in den Spätsommer hinein blüht. Gemüsepflanzen und Gewürzkräuter abblühen lassen. Nisthilfen und Wasserstellen schaffen.
  • Große Vielfalt: In der Wildblumenmischung gibt es „wärmeliebenden Saum“ ohne Gräser, darunter Schafgarbe, Wiesen-Margerite und Eisenkraut; eine Blumenmischung ohne Gräser, darunter Kornblume, Klatschmohn und Acker-Stiefmütterchen; „bunten Saum“ mit ein- und zweijährigen Arten, darunter Acker-Ringelblume, wilde Malve und großblütige Königskerze.
  • Öffentliche Flächen: In den Gemeinden können Wildblumenmischungen ausgesät werden, zum Beispiel im Bereich der Ortseingänge, in Beeten, etwa in Kurparks, auf Gewerbeflächen und Firmenarealen. Durch eine ökologische Anpassung an die Pflege und mit Saatmischungen für Pflanzen, die in der Gegend heimisch sind, sollen attraktive und ökologisch wertvolle Bereiche entstehen.
  • Hilfreiche Insekten: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge gehören zu den Insekten, die die Blüten besuchen. Ihre Leistungen für die Bestäubung von Obst und Gemüse sind nicht zu unterschätzen.
  • Mehr zum Projekt Blühender Naturpark mit Infos zu den Wildblumenmischungen und der Bestellung der Samentütchen im Internet unter: www.naturpark-suedschwarzwald.de