Waldshut-Tiengen Hartmut Schölch bringt die Kultur nach Waldshut-Tiengen

Ein Rück- und Ausblick mit dem Leiter des städtischen Kulturamts Hartmut Schölch. Seit 16 Jahren leitet der das Amt viel Geschick und Erfolg. Gemeinderat lobt die Arbeit des Kulturamts.

Er sieht sich als „Player“ was in diesem Fall wohl am besten mit Spielmacher übersetzt werden müsste. Gleichwohl setzt Hartmut Schölch als Leiter des städtischen Kulturamtes auf ein gut eingespieltes Team, mit dem er seit 16 Jahren die große und kleine Kultur in Waldshut-Tiegen prägt. Im Gemeinderat hatte Schölch einen detaillierten Jahresbericht seines Amtes vorgestellt und dafür von allen Seiten höchstes Lob geerntet.

Natürlich habe er sich über das Lob gefreut, „ist es doch eine große Anerkennung der eigenen Arbeit“, sagt Hartmut Schölch. Auch käme damit zum Ausdruck, „dass Stadträte und Bevölkerung die Arbeit des Kulturamtes gutheißen, wertschätzen und würdigen“. Ein Trugschluss sei allerdings gewesen, dass er sich auf diesem Lob habe ausruhen und erst einmal drei Wochen in den Urlaub habe fahren können. „Das war mitnichten so, ich musste doch weiterabeiten“, sagt Schölch schmunzelnd. Aber als Spielmacher hat Schölch natürlich auch sein Team im Blick und sagt: „Alle haben sich gefreut und sich ermuntert gefühlt.“ Klar, dass darauf ein Gläschen getrunken wurde.

In seinem „sehr offenen Bericht“ geht Schölch auf das gesamte Spektrum des von ihm verantworteten Amt ein. Schließlich habe die Öffentlichkeit ein Recht, informiert zu sein. Auch wenn dies zu Diskussionen anrege. Auf 75 Seiten beleuchten Schölch und sein Team alle relevanten Themengebiete ihres Amtes. Von den Veranstaltungen, über das Stadtarchiv und Heimatmuseum, die Tourist-Information, die Stadtbibliotheken, die Heimatpflege, die Kulturförderung bis hin zu den Städtepartnerschaften.

Insbesondere was die Veranstaltungen anbelangt steht für Schölch ein Ziel ganz oben: „Ich muss Bedürfnisse wecken.“ Eine strategische Marktbeobachtung sei ebenfalls wichtig. Und da Kultur Geld kostet, müsse er selbstredend wirtschaftlich arbeiten. Alles Punkte, die beispielsweise beim von Hartmut Schölch vor 16 Jahren ins Leben gerufenen Kabarett-Herbst darin münden, dass er nicht bestrebt ist altbekannte Protagonisten in die Stadt zu holen, sondern immer wieder neue Köpfe präsentiert, auch wenn die Besucher dann nicht immer das bekämen, was sie erwarteten. Aber der Erfolg gibt ihm letztlich Recht. Neben dem Kabarett-Herbst, der in wenigen Wochen in seien 16. Saison startet, hat Schölch zudem das World-Town-Festival ins Leben gerufen. Die zehnte Auflage fand 2016 statt und rundete gemeinsam mit dem 20-Jährigen des Kornhauskellers den Reigen der Geburtstage ab. Auch das vom ihm eingeführte Neujahrskonzert (zur Stabilisierung der Zuschauerzahlen), habe sich bewährt, so Schölch.

Apropos Kornhauskeller. Hier, wie in weiteren städtischen Gebäuden, stellt sich der noch ausstehende Brandschutz als Herausforderung für das Kulturamt da. Denn die Raumsituation ist momentan eingeschränkt. Verbunden mit der Frage, wie gehe es mit der Stadtbibliothek in Waldshut weiter. Hier steht bekanntlich ein Umzug in das angedachte Blaulicht-Zentrum auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal zur Diskussion.

Rückblickend als einen der schönsten Momente seines Wirkens bezeichnet Hartmut Schölch die Aktion „Tiengen liest“, als promimente Mitbürger an den unterschiedlichsten Orten (Hotelzimmer etc.) aus Büchern lasen. Auch hier spiegelt sich eine Maxime von Schölchs Arbeit: Immer wieder neue Wege gehen, auch unter Beteiligung der Bevölkerung. Eine besondere Freude bereite es ihm, Kultur in Verbindung mit den Partnerstädten machen zu können. Und ausblickend freut sich Hartmut Schölch auf die Verleihung des Alemannischen Literaturpreises am 8. Oktober. Auch, da kommt der Saxophonspieler Schölch durch, weil die Verleihung vom Rasché Saxophone Quartet umrahmt werde.

Auch wenn die Arbeit des Kulturamtes quer durch alle Fraktionen gelobt wurde, so wird auch immer wieder darüber diskutiert, wieviel Geld der Stadt ihr kulurelles Angebot Wert sein sollte oder darf. Erst bei den jüngsten Haushaltsberatungen entbrannte eine Debatte über Kürzungen. Allen voran forderten die Grünen eine Kürzung des Kulturetats um 200 000 Euro. Und Schölch ist sich sicher, dass das Thema noch nicht vom Tisch sei. Um zu sagen: „Das Lob vom Gemeinderat ist für mich kein Freifahrtschein mehr Geld auszugeben.“


Amt und Person

  • Für das Kulturamt arbeiten 14 Mitarbeiter. Unterstützt werden sie von bis zu 30 Ehrenamtlichen, die Veranstaltungen und das Funktionieren der Bibliotheken garantieren. Außerdem gibt es 24 ehrenamtliche Stadtführer.
  • Hartmut Schölch (Jahrgang 1964) studierte in Hildesheim Angewandte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis. Seit 2001 ist er Kulturamtsleiter in Waldshut-Tiengen. In seiner Freizeit ist Schölch leidenschaftlicher Musiker (Saxophon) und Songschreiber.

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