Wer dieser Tage Regen und Nebel entfliehen will, sollte sich den Skiclubs von Tiengen und Lauchringen anschließen. Denn die Wintersportler freuen sich derzeit über gute Bedingungen.

Skiclub Tiengen

„Die Schneesituation ist momentan komfortabel“, bestätigt Markus Helwig, einer der vier Vorsitzenden des Skiclubs Tiengen. Zwar sei es in den vergangenen Tagen ein wenig warm geworden, ein „Wegspülen“ der mittlerweile dicken Piste bei der vereinseigenen Hütte in Bernau-Hofeck werde aber nicht befürchtet.

Noch im Dezember hatten sich die Sorgen bestätigt, dass der niederschlagsarme Sommer ein Vorbote mangelnden Schnees im Winter sein könnte. Zwischen den Jahren mussten Kurse verschoben werden, denn: „Im Dreck rumfahren macht keinen Spaß“, meint Helwig.

Im Januar wurde es aber schließlich doch noch weiß – zumindest in den Höhenlagen. Zudem hat man dort mit Schneekanonen nachgeholfen. „Die Auflage ist groß genug“, so Helwig. Und für kommende Woche wird bereits wieder mit einem Wetterumschwung zurück ins Kalte gerechnet.

Markus Helwig, einer der vier Vorsitzenden beim Skiclub Tiengen.
Markus Helwig, einer der vier Vorsitzenden beim Skiclub Tiengen. | Bild: Markus Helwig

Wer in dieser Saison sein Können spontan verbessern will, kann sich heute noch für den morgigen eintägigen Fortgeschrittenenkurs des Clubs in Bernau anmelden. Als letztes Abenteuer des dieser Saison ist eine Aprè-Ski-Ausfahrt ins österreichische St. Anton am Arlberg am 9. März geplant. Anmeldungen im Internet (skiclub-tiengen.de).

Skiclub Lauchringen

Ein ähnliches Bild zeichnet der Skiclub Lauchringen. „Die Saison läuft sehr gut. Es ist das erste Mal, dass wir unser Lehrprogramm nicht verlegen mussten“, freut sich Vorsitzender Wolfgang Hackel über die guten Bedingungen. Mit dem Skiclub Tiengen ist man nicht nur im Klettgau benachbart. Während dieser seine Hütte in Bernau-Hofeck unterhält, hat der Skiclub Lauchringen seine Hütte nur einen Skisprung weit entfernt in Bernau-Spitzberg.

Der Nachwuchs hat Freude am Fahren: Teilnehmer an einem der Kinderkurse des Skiclubs Lauchringen, ebenfalls auf den Pisten von Bernau.
Der Nachwuchs hat Freude am Fahren: Teilnehmer an einem der Kinderkurse des Skiclubs Lauchringen, ebenfalls auf den Pisten von Bernau. | Bild: Skiclub Lauchringen

Die gute Saison zeigt sich hier auch in der Zahl der Anmeldungen. Skilager und Kurse waren ausgebucht, jedoch gibt es Wartelisten. Wer aber mit den Lauchringern Ende März zum Saisonabschluss ins österreichische Mellau-Damüls möchte, kann sich noch über die Homepage anmelden (skiclub-lauchringen.de).

Entwicklung

Zwar hat der Januar den Skisportlern grundsätzlich ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht gezaubert, die Sorgenfalten aber bleiben. Denn Schnee wird in heimischen Breiten immer öfter zur Mangelware.

Beide Vereine beklagen, dass sie ihre Kurse und Ausfahrten in den vergangenen Jahren immer wieder verschieben, oder in teurere, höhergelegenere Skigebiete verlegen mussten. „Der Schnee nimmt grundsätzlich ab“, weiß Wolfgang Hackel. Er führt den Lauchringer Skiclub seit mittlerweile 30 Jahren und erinnert sich noch an viel zuverlässigere Schneemassen, zum Beispiel Mitte der 90er Jahre.

„Es wird schwieriger“, bestätigt auch Markus Helwig. „Der Schnee wird gefühlt weniger. Da muss man sich auch zum Thema Klimaforschung so seine Gedanken machen. Im Moment wird das aber noch verdrängt.“

Wie wird man eigentlich Übungsleiter?

Wer seine Leidenschaft für den Skisport an andere weitergeben möchte, kann sich zum Übungsleiter ausbilden lassen.

  • Bedarf: Vereine haben stets Bedarf an helfenden Händen. Der „Trainer C Breitensport“ entspricht der Grundstufe der Ausbildung beim Deutschen Skiverband. Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Sportschule Steinbach und besteht aus insgesamt 30 Lerneinheiten, die bundesweit einheitlich sind und in Baden-Württemberg zusätzlich vom Landessportverband und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ergänzt sind.
  • Voraussetzungen: Voraussetzung für die Ausbildung ist das vollendete 16. Lebensjahr sowie eine absolvierte Erste-Hilfe-Ausbildung, die aus mindestens neun Lerneinheiten besteht und nicht weiter als zwei Jahre zurückliegt. Darüber hinaus muss der Anwärter Mitglied in einem Verein des Skiverbands sein, welcher ihn rechtzeitig anmeldet.
  • Ausbildungsverlauf: Im ersten Winter erfolgt die Sichtung des Könnens des Anwärters sowie ein Basislehrgang. Mit einer Empfehlung geht es weiter zum einwöchigen Theorielehrgang in der Sportschule Steinbach. Dort werden theoretische Inhalte gelernt, wie zum Beispiel Grundlagen der allgemeinen Trainingslehre, Sportpädagogik und sportbiologische Grundlagen. Im Praxisteil werden Spielformen zur Verbesserung der aeroben Ausdauer trainiert und Lehrversuche mit anschließender Besprechung durchgeführt. Erst im darauffolgenden Winter spezialisiert sich der Anwärter in einer gewählten Disziplin und muss eine Lehrprobe sowie Theorieprüfungen absolvieren. Mit erfolgreichem Abschluss des Fachlehrgangs darf sich der Anwärter „Trainer C Breitensport“ nennen und erhält schließlich die DSV-Grundstufe.