Frau Ederhof, es blüht und grünt um Ihr Haus herum, was gibt Ihnen der Garten?

Die großen Flächen mit Pflanzen Ton in Ton strahlen für mich Ruhe und Schönheit aus. Mein Mann und ich verbringen viel Zeit im Garten. Wir staunen über Entwicklungen und entdecken jeden Tag Veränderungen, heute ist dies aufgeblüht, morgen jenes. Und bei schönem Wetter summt und brummt es um uns herum. Die verschiedensten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden von vielen Pflanzen und Büschen angelockt. Dieses Jahr ist bislang ein sehr gutes Gartenjahr, weil es relativ viel geregnet hat.

Ist es Ihnen nicht zu viel Arbeit?

Nein, mein Mann hilft mir. Ohne ihn würde es nicht gehen. Er schneidet die Büsche und Hecken und jätet Unkraut. Das macht er richtig gern. Für ihn ist die Gartenarbeit etwas Wunderbares und Entspannendes.

Wie kam es zu Ihrer Liebe für Gärten?

Meine Eltern hatten immer einen Garten mit Blumen und Gemüse. Meine Mutter war eine richtige „Hackerin“ und wir Kinder durften mithelfen. Und Freude an Pflanzen hatte ich schon immer. Als wir in das Haus in Waldshut einzogen, übernahmen wir einen Garten, der für mich eine Katastrophe war. Aber die Kinder hatten einen Ort zum Spielen und darum ging es uns zunächst. Als sie dann größer waren und die Schaukel und der Sandkasten verschwanden, habe ich gesagt, jetzt fangen wir mit einem „richtigen“ Garten an. Das dürfte in den 80ern gewesen sein.

Wie sind Sie vorgegangen?

Es sollte ein naturnaher Garten mit Pflanzen werden, die auch auf der Wiese wachsen und die zum Haus und zur Landschaft passen. Solche Gärten waren damals noch relativ neu. Über Gartenbücher und Zeitschriften habe ich mich informiert. Ich habe die ersten Stauden bestellt und einfach angefangen. Vor gut zehn Jahren konnten wir dann das an unser Haus grenzende Hanggrundstück erwerben. Es war völlig verwildert. Wir haben alles rausgerissen und neu bepflanzt. Anfangs haben wir auch einiges falsch gemacht, aber man lernt. Wir haben den Garten mehrmals umgestaltet, oft in Zusammenhang mit Baumaßnahmen am Haus. So wie er heute aussieht, ist er stark beeinflusst von der Duftstauden-Gärtnerei Syringa in Hilzingen.

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Was ist Ihnen neben der Naturnähe wichtig und welche Pflanzen finden wir in Ihrem Garten?

Mir ist wichtig, dass er großflächig angelegt und nicht zerstückelt ist, dass das ganze Jahr über etwas blüht und die Farben aufeinander abgestimmt sind. Wir haben Storchschnabel, Katzenminze, Schlüsselblumen, Nelken, Salbei, Akelei, Klatschmohn, Fingerhut, Japananemonen, Blutweidrich, Diptam, Geranium und vieles mehr. Bei den Farben sind lila, pink, blau und etwas weiß vorherrschend, später im Jahr kommt gelb hinzu. Viele Blumen versäen sich selber, nur leider vermehren sie sich nicht immer an dem Ort, wo man es haben will. Dann greife ich ein. Grundsätzlich ist es aber so, dass man die Natur nicht beherrschen kann.

Kommt in Ihrem Garten Chemie zum Einsatz?

Nein, einzig unsere Buchshecke mussten wir bislang immer spritzen, weil sonst nichts geholfen hat. Aber es gibt jetzt etwas gegen den Buchsbaumzünsler: Algenkalk, in der ZG bekommt man ihn. Einfach den Kalk auf den Buchs geben, der nächste Regen wäscht ihn dann in den Boden. Oft erholen sich die Buchshecken dadurch wieder. Außerdem haben wir beobachtet, dass wir in diesem Jahr zum ersten Mal Spatzen im Garten haben, die die Raupen holen. Zurzeit haben wir keine Raupen und müssen deshalb auch nicht spritzen.

Was sagen Sie zu Splitt, Kies oder Schotter, die zunehmend zur Gestaltung von Vorgärten verwendet werden?

Ich finde, sie sind kein schöner Anblick und gehen in die falsche Richtung. Jeder kann ökologisch im Kleinen was tun, jeder freut sich, wenn Bienen da sind. Die Natur wird immer mehr zugebaut und dann kommen auch noch diese sterilen, alles plättenden Steinwüsten dazu. Ich würde es begrüßen, wenn hier die Kommunen Vorgaben machen würden. In diesem Zusammenhang finde ich es schade, dass die Stadt bei der Gestaltung des Vorplatzes der Stadthalle kein gutes Vorbild gewesen ist und so wenig Grün zugelassen hat.

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Ein Garten macht Arbeit und kostet Geld – was sagen Sie zu dieser Aussage?

Man kann ganz klein mit einem Garten anfangen und auch relativ günstig Pflanzen kaufen. Man kann auch bewusst einen pflegeleichten Garten anlegen, muss sich nur vorher informieren. Mit überschaubarem Aufwand und auch kleinem Geldbeutel ist schon viel möglich. Oder man kann wenigstens eine Wiese lassen, statt eine Fläche mit Steinen zuzudecken. Oder einer Hecke den Vorzug vor einer Steinmauer geben.

Ihr Garten kann auch besichtigt werden, richtig?

Ja, wir machen schon lange bei der Aktion „Offene Gartentür“ mit. Allerdings öffnen wir unsere Gartentür nicht zu einem festen Termin, sondern nach vorheriger Vereinbarung. Jeder kann gern kommen. Unsere Telefonnummer ist 07751/14 46. Diese Woche kommt zum Beispiel der Schwarzwaldverein Stühlingen. Es wäre schön, wenn wir nicht die Einzigen in Waldshut wären, die bei der Aktion mitmachen, es gibt hier sicher noch viele andere schöne Gärten.

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