Waldshut Grüne Atompolitikerin: Sicherheitsfragen zu Leibstadt

Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, hat sich wegen Sicherheitsfragen beim Kernkraftwerk Leibstadt an die Schweizer Aufsichtsbehörde gewendet. Mit einer Auskunft des deutschen Bundesumweltministeriums zeigte sie sich nicht zufrieden.

Die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Partei Bündnis 90/Die Grünen, hat Fragen zur Sicherheitskultur im Schweizer Kernkraftwerk Leibstadt gegenüber Waldshut jetzt direkt an das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) gerichtet.

<p>Vor dem Kühlturm des Schweizer Atomkraftwerks Leibstadt glänzt die Glasfassade des Informationszentrums. Bild: Roland Gerard</p>

Vor dem Kühlturm des Schweizer Atomkraftwerks Leibstadt glänzt die Glasfassade des Informationszentrums. Bild: Roland Gerard

| Bild: Gerard, Roland

Zunächst hatte die Politikerin aus Karlsruhe sich in Sachen Leibstadt wiederholt an SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter aus Lauchringen gewandt, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium. Hintergrund waren Pannen wie die Feuerlöscher-Bohrlöcher am Sicherheitsbehälter und vorübergehend funktionsunfähige Notkühlsysteme. Schwarzelühr-Sutter antwortete diesen Monat unter Hinweis auf ein Treffen der Deutsch-Schweizerischen Nuklearsicherheitskommission (DSK) im April: „Zum Thema Leibstadt wurde berichtet, dass ENSI gemeinsam mit dem Atomkraftwerk Leibstadt an Maßnahmen zur Verbesserung im Bereich ‚Human and Organisational Factors‘ (Anmerkung der Redaktion: Menschliche und organisatorische Faktoren) arbeitet.“

Ein Blick ins Innere des Reaktorgebäudes: Ein Mitarbeiter überprüft eine Reparaturstelle am Sicherheitsbehälter. <em>Bild: Iseli</em>
Ein Blick ins Innere des Reaktorgebäudes: Ein Mitarbeiter überprüft eine Reparaturstelle am Sicherheitsbehälter. Bild: Iseli | Bild: Chris Iseli

Diese Auskunft reicht Sylvia Kotting jedoch nicht aus. An ENSI-Direktor Hans Wanner richtete sie nun diese Fragen: Was konkret unternimmt das ENSI gemeinsam mit dem AKW Leibstadt, um die unzureichende Sicherheitskultur zu verbessern? Welche Verbesserungen strebt man im Bereich „Human and Organisational Factors“ an und wie sollen diese Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden? Welche Maßnahmen sollen in diesem Zusammenhang durchgeführt werden? Welche Verbesserungen werden in den Bereichen Organisation und Krisenmanagement angestrebt?

Sylvia Kotting-Uhl schreibt in ihrem Brief an das ENSI: „Das Atomkraftwerk Leibstadt ist leider durch mehrere Zwischenfälle zu trauriger Berühmtheit gelangt.“ Vorfälle wie die Bohrloch-Panne oder die zeitweilige Funktionsunfähigkeit von Notkühlsystemen „weisen auf bedeutende Defizite im organisatorischen Bereich hin“, so die grüne Atompolitikerin. Sie betrachte die "bestmögliche Sicherheit laufender Atomkraftwerke als eminent wichtig. Für ausführlichere Antworten als die des deutschen Bundesumweltministeriums wäre ich Ihnen daher sehr dankbar".

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