Das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf am Rand des Hotzenwaldes wird nie gebaut, hat aber dennoch hohen Nutzen für den Landkreis. Weil sich das Landratsamt seit 2012 mit der Planung befasst hatte, spült das 2017 gestoppte Projekt jetzt 1,5 Millionen Euro in die Kreiskasse.

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Das Vorhaben, auf mindestens 700 Millionen Euro geschätzt, wurde vom Schluchsee-Werk im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen fallen gelassen. Der Gebührenbescheid des Landratsamtes wurde für den bisherigen Aufwand gleichwohl fällig und führt im Haushalt 2018 des Landkreises zu ungeplanten Einnahmen von 1,5 Millionen Euro. Regelmäßig berichtet Finanzdezernent Michael Hajden über den aktuellen Stand der Finanzen, so auch in der jüngsten Kreisstagssitzung.

Gebührensatzung des Landes

Nach der Gebührensatzung des Landes erhebt die Baugenehmigungsbehörde fünf Promille der Baukosten als Gebühr. Die eineinhalb Millionen werden auf das kommende Haushaltsjahr 2019 übertragen. Das gilt auch für Millionenbeträge, die für den Breitbandausbau im Kreisgebiet, für die Elektrifizierung der Hochrhein-Bahnstrecke und für die Gesundheitsversorgung im Landkreis angespart werden.

Mehr Einnahmen

Neben der Baugenehmigungsbehörde brachten auch der Finanzausgleich vom Land und die Grunderwerbsteuer dieses Jahr mehr Einnahmen, 1,3 Millionen Euro. 0,6 Millionen spart der Kreis an Personalkosten, weil Stellen nicht besetzt sind. Der Personalaufwand der Kreisbehörde wird mit 48,8 Millionen Euro beziffert. 2,2 Millionen besser als geplant wirtschaftete auch das Jobcenter, die Hartz-IV-Behörde, vor allem weil die Kosten der Unterkunft für die Flüchtlinge vom Land erstattet wurden. 2,3 Millionen Euro mehr gegenüber dem Plan zahlte das Sozialamt dieses Jahr als Eingliederungshilfe für Behinderte. Mehr kostete auch die Hilfe zur Pflege. Nach dem Stand Ende August dürfte der Ergebnishaushalt, der die Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung widerspiegelt, mit 231,2 Millionen Euro Aufwand und 234 Euro Erträgen gegenüber dem Plan ein Plus aufweisen.