Waldshut-Tiengen – Auf Einladung des SKM, Katholischer Verein für Soziale Dienste Landkreis Waldshut, besuchte die Bundestagsabgeordnete Gabriele Schmidt (CDU) die Waldshuter Geschäftsstelle. Neben der Information über die vielseitigen Tätigkeiten des SKM als anerkanntem Betreuungsverein war die seit elf Jahren stagnierende Stundenpauschale für die beruflich geführten Vereinsbetreuungen laut Pressemitteilung von Gabriele Schmidt Anlass des Gespräches. 2005 wurde im Betreuungswesen das Vergütungssystem wesentlich geändert und vom Gesetzgeber das pauschale Vergütungssystem eingeführt. Trotz steigender Personal- und Sachkosten wurden diese Vergütungen seit 2005 nicht erhöht.

Dies führt in den Betreuungsvereinen zu strukturellen Problemen. Die Diskrepanz der Kosten und der tatsächlichen Vergütung kann nicht mehr durch Erhöhung der Zahl der geführten Betreuungen ausgeglichen werden. Die Grenzen seien hier nun erreicht, berichtete der Geschäftsführer Hermann Huttner. Hinzu kommt, dass sich der Aufwand pro Betreuungsfall durch die zunehmende Verrechtlichung aller Vorgänge erhöht hat und auch die Anzahl der psychisch erkrankten jungen Menschen und mit ihr der Betreuungsaufwand gestiegen sei.

Bleibt eine zeitnahe Erhöhung der Vergütung der Stundensätze aus, so kann der Verein die finanzielle Lücke nicht mehr schließen, da die Eigenmittel des Vereins begrenzt sind, berichtete der Vorsitzende, Landrat Martin Kistler. Ohne Betreuungsverein würde auch die Unterstützung von ehrenamtlichen Betreuern nicht mehr möglich sein. Denn neben den beruflich geführten Betreuungen bietet der SKM ehrenamtlichen Betreuern Beratung, Begleitung, Aus- und Fortbildung an, hob Johannes Schneider, stellvertretender Vorsitzender des SKM, hervor.

Gabriele Schmidt verwies auf die bereits laufende Evaluation und der damit verbundenen Überprüfung zur Erhöhung der Stundenpauschalen. Die Ergebnisse sollen 2017 Grundlage für anstehende Entscheidungen sein. Die Sorge zur Sicherstellung der zukünftigen Finanzierung will Gabriele Schmidt nochmals in die anstehenden Debatten einbringen. Besonderen Dank sprach sie allen Ehrenamtlichen des SKM aus.