Ein spannendes und anspruchsvolles Programm hat der Musikverein Gaiß-Waldkirch bei seinem Jahreskonzert in der Stadthalle Waldshut geboten. Der Vorsitzende Daniel Tröndle freute sich, wieder ein zahlreiches Publikum begrüßen zu können und dass nach vier Jahren die Halle wieder zur Verfügung stand. Für die Pointen zwischendurch sorgte Pater Hermann-Josef Zoche, der als Moderator durch das Programm führte.

Alpine Klänge

Dann ging es unter der Regie von Marina Reichmann auf eine musikalische Reise durch die benachbarte Schweiz. Blickfang war die Schweizer Flagge auf der Rückseite der Bühne: das weiße Kreuz auf rotem Grund. Der erste Konzertteil bot Musik im sinfonischen Stil, verbunden mit einem sensiblen Einsatz der Instrumente. Musik, die die Fantasie forderte und das Publikum animierte, sich die passenden Szenarien selbst auszumalen. Der erste Titel, „Alpina Fanfare“ von Franco Cesarini begann mit einem mächtigen Paukenschlag und kraftvollen Fanfarenklängen. In der Fantasie baute sich eine imposante Alpenkulisse auf, bei den sanften Klängen rückten malerische Täler, klare Seen und bunten Wiesen ins Blickfeld. Der Pater verglich die Klänge mit den Fanfaren von Jericho.

Tragischer Hintergrund

Anspruchsvolle Klangbilder bot auch das nächste Stück, die „Swiss Rhapsody“ von Frigyes Hidas. Einen tragischen Hintergrund hatte die „Hymn For My Daughter“ (Hymne für meine Tochter) von Mario Bürki, ein Stück, in dem der Schweizer Komponist den Verlust seiner Tochter beklagt, aber auch seinen Frieden wiederfindet und sich mit dem Schicksal versöhnt.

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Dann wurde in dem Titel „Mountains Of Dragons“ (Drachenberge) von Steven Reineke das dramatische Geschehen am Pilatus ins Blickfeld gerückt. Dabei wird der Aufstieg zum Pilatus geschildert, der im Kampf mit einem Drachen gipfelt. Der zweite Teil des Konzerts hatte einen eher unterhaltsamen Charakter, mit Werken, die sich an das traditionelle Schweizer Volkslied anlehnen, darunter die "Legenda Rumantscha", komponiert von Oliver Waespi, "eine berührende Mischung aus Traurigkeit und Fröhlichkeit", so der Pater.

Bewegende Geschichten

Dann wurden wieder bewegende Geschichten erzählt. Der Titel "Der Heimatvogel" von Carl Hess erinnerte an jene Notzeiten, als viele Menschen, auch Kinder, sich in der Fremde ihr Brot verdienen mussten. Vielfältige und spannende Klangbilder bot auch der Titel "Schweizer Mosaik" von Markus Götz. Zu Herzen ging das letzte Stück "Chum übers Mätteli", arrangiert von Christoph Walter, zum Thema enttäuschte Liebe. Dabei begeisterte Kathrin Gertis mit einem Trompetensolo.