An den Hängen des Liederbachtals liegt noch Schnee. Trotzdem sind bereits die ersten Landschaftspflegearbeiten im Gange. Oben werden die Obstbäume geschnitten, unten am Bach bekommen die Weiden ihren Frühjahrsschnitt und die Bundspechte, die Kindergruppe der BUND-Ortsgruppe Waldshut-Tiengen, sind dabei, sich aus den frisch geschnittenen Weidenruten ein Tipi zu bauen. "Bauaufsicht" führen die beiden BUND-Mitglieder Hans Jürgen Bannasch und Roland Berger.

Eine Hütte, die noch wächst

Das Tipi hat einen stattlichen Durchmesser von fünf Metern. Weil es rund um einen jungen Obstbaum gebaut wird, bekommt es kein Dach. Aber in Kürze soll ein zweites Tipi mit Bedachung dazukommen. Die stärkeren Weidenzweige werden in die vorbereiteten Löcher gesteckt, dann wird alles mit den dünneren Zweigen zugeflochten. Nur eine kleine Eingangstür bleibt offen. Das Besondere an dem Gehäuse: Die Weiden treiben Wurzeln und im Laufe des Sommers werden sich die Wände begrünen und dicht zuwachsen. Neben ihrem Tipi haben die Kinder eine Feuerstelle eingerichtet. Darüber hängt ein Kessel mit Apfelsaft. Heißer Apfelsaft? Schmeckt denn das? Da sind sich alle Bundspechte einig: "Klar, das schmeckt super."

Eschen hinterlassen Lücken, die gefüllt werden

Die Vegetation am Bachlauf, so erklärt Hans Jürgen Bannasch, hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Die Eschen sind wegen der Krankheit, bei der die Triebe absterben, fast vollständig vernichtet. Der BUND ist bemüht, die Lücken durch Weiden und Schwarzerlen zu schließen. Damit die Weiden ihre typische kompakte Form behalten, ist allerdings jedes Jahr ein radikaler Rückschnitt erforderlich. Dabei fallen haufenweise Ruten an, die unter anderem zum Flechten von Körben verwendet werden können. "Wer Zweige braucht, kann sich bei uns gerne bedienen", erklärt Bannasch.

Schatten hält Wasser im Bachlauf kühl

Aus Sicht des Naturschutzes sei es wichtig, dass der Talgrund begrünt ist und der Bachlauf beschattet wird, damit sich das Wasser nicht zu sehr erwärmt. "Kaltes Wasser bindet mehr Sauerstoff", erklärt Bannasch, "und das ist für anspruchsvolle Lebewesen wie etwa den Edelkrebs lebenswichtig". Allerdings bekomme man die Krebse tagsüber kaum zu Gesicht, es seien nachtaktive Tiere, man müsse bei Dunkelheit mit einer Taschenlampe kommen oder sie in einer Reuse fangen.

Am Talgrund wurden in den vergangenen Jahren Teiche angelegt, in denen sich Kleintiere angesiedelt haben. Ein weiteres Anliegen des BUND ist die Pflege der Hochstämme, um den Charakter des Tals zu erhalten. Hier arbeitet die Gruppe eng mit dem Eschbacher Landschaftspflegeverein zusammen.