Waldshut-Tiengen Freundeskreis Jüdisches Leben gedenkt Gräueltaten der Pogromnacht

Mit einer ökumenischen Gedenkfeier vor der ehemaligen Synagoge in Tiengen gedachte der Freundeskreis Jüdisches Leben der Gräueltaten der Pogromnacht vom 10. November 1938.

Außer einer ovalen Gedenktafel erinnert in der Fahrgasse 13 nichts mehr an die ehemalige Synagoge, die ebenfalls, wie alle anderen jüdischen Einrichtungen, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geschändet wurde.

Rund 50 Menschen kamen zur ökumenischen Gedenkfeier, um diese Gräueltaten niemals zu vergessen. Mit dialogischen Schlaglichtern aus dieser schrecklichen Zeit wurden die Verbrechen mit Deutlichkeit in Erinnerung gerufen, dazu stand der Bibeltext aus dem vierten Buch Genesis, Vers eins bis neun im Kontext, "Gott sprach zu Kain: Wo ist Abel, dein Bruder?" Das Alte Testament verdeutlicht mit Klarheit, welche Sünde sich das deutsche Volk hier aufgeladen hat.

Die Aufgabe, diese Geschehnisse auch an die Jugend weiterzuvermitteln, hat der "Freundeskreis Jüdisches Leben" in Waldshut-Tiengen übernommen und zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie der Stadt Waldshut-Tiengen als Veranstalter diese Gedenkfeier auf dem Platz vor der ehemaligen Synagoge organisiert. Von der ehemaligen Synagoge ist in Tiengen nichts mehr zu sehen, auf dem Grundstück steht ein mehrstöckiges Gebäude, welches in Privatbesitz ist. Wer sich nicht dafür interessiert, weiß nichts über diesen geschichtsträchtigen Ort.

Die beiden Pfarrer Matthias Hasenbrink und Ulrich Sickingen sowie die Sprecherinnen des jüdischen Freundeskreises brachten in ihren Fürbitten zum Ausdruck, dass es für jeden Christen ein Anliegen sein muss, sich für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde sowie für Freiheit einzusetzen. Die Gelassenheit und Gleichgültigkeit des freiheitlichen Wohlstands sollte kritischer betrachtet und nicht als Selbstverständlichkeit gehalten werden. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ist für das kommende 80. Gedenkjahr eine jüdische Kulturwoche vom 9. bis zum 16. November 2018 geplant.

Ein intensives Programm, welches auch grenzüberschreitend ausgelegt ist, wird diese Zeitepoche in den Focus stellen. Der Freundeskreis Jüdisches Leben ist der Bürgerzunft Tiengen angegliedert und hat rund 15 Mitglieder, die Gruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, die über 500-jährige Geschichte, die auch durch die Bürger jüdischen Glaubens in Tiengen geprägt wurde, ins Bewusstsein der Einwohner zu rufen.

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