Gut war die Stimmung in der Hauptversammlung der Freunde Schloss Tiengen in den Schwarzenberg-Sälen im Schloss. Seit Herbst 2013 bringt der aktuell 130 Mitglieder zählende Verein kulturelles Leben in den Bereichen Kunst, Musik, Literatur und Allgemeinbildung, in die Schwarzenberg-Säle. Dies teilweise in Kooperation mit anderen Kulturträgern wie Stadt, Kaminski- und Goethe- Gesellschaft.

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"Unsere Veranstaltungen waren bislang alle gut besucht, wir werden in der Öffentlichkeit als ernst zu nehmender Kulturträger wahrgenommen", sagte der alte und neue Vorsitzende Matthias Wetz. 31 Stimmberechtigte bestätigten ihn bei den Wahlen einstimmig in seinem Amt. Ebenso ohne Gegenstimme wiedergewählt wurden Schriftführerin Johanna Pick und die Beiräte Zara Tiefert-Reckermann (Kunst), Sylvia Vetter (Allgemeinbildung) und Rainer Grübner (Technik). Die anderen Vorstandsmitglieder – Bernd Salfner, Herbert Müller-Lupp, Wolfgang Zimmermann, Karin Wolfer und Ulrich Thielmann – standen nicht zur Wahl.

Ein zweites Jazzkonzert folgt

Gut sieht es auch bei den Finanzen aus. Ein kleines Plus aus 2018 verbessert die insgesamt komfortable Vermögenslage des Vereins weiter. Neuland hat der Verein 2018 betreten: Mit Kiki Manders holte er den Jazz in die barocken Schwarzenberg-Säle. Das Konzert war ein Erfolg, so dass neben klassischen Konzerten – Ende Mai spielt das Casal Quartett – im Herbst mit dem Menzel Mutzke Quartett das zweite Jazzkonzert folgt. Insgesamt werden wieder rund 15 Veranstaltungen in den Schwarzenberg-Sälen stattfinden. Erstmals wird der Verein auch beim Tag des offenen Denkmals im September mitmachen.

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Einzig nicht befriedigend sind für die "Freunde Schloss Tiengen" baulich-technische Belange. Die Beleuchtung im Schlosshof wird als unzureichend angesehen und die Stufe im Eingangsbereich des Schlosses als Stolperfalle. Mittlerweile ist auch die Stadt als Mieter der Schwarzenberg-Säle und Mitveranstalter involviert. Gespräche mit dem Eigentümer des Schlosses – seit 2012 ist es in privater Hand – fanden statt und führten zu ersten Ergebnissen. Maßnahmen sollen folgen.

Kunsthistorikerin Zara Tiefert-Reckermann. Bild: Ursula Freudig
Kunsthistorikerin Zara Tiefert-Reckermann. Bild: Ursula Freudig

"Es ist sehr spannend hier"

Zara Tiefert-Reckermann ist als Beirätin für den Bereich Kunst im Verein Freunde Schloss Tiengen zuständig. Sie gibt Einblick in die Organisation der Ausstellungen.

Frau Tiefert-Reckermann, ist es etwas Besonderes in den edlen Schwarzenberg-Sälen mit seinen Stuckdecken Ausstellungen zu machen?

Ja, schon. Die Künstler sind immer sehr begeistert von den Räumen. Und Helfer, die während Ausstellungen Aufsicht machen, sind es oft auch und genießen es, Zeit zu haben, sich die Bilder in aller Ruhe anschauen zu können. Besonders moderne Kunst ist sehr spannend hier. Aber die Räume sind auch eine Herausforderung, denn wir dürfen keinen Nagel einschlagen.

Wie „kommen“ Sie an die Künstler?

Kulturförderung vor Ort ist in unserer Satzung festgeschrieben. Das heißt, wir zeigen regelmäßig auch regionale Künstler wie im Herbst Bilder von Egon Arno Bräunlich anlässlich seines 100. Geburtstags. Das Landratsamt hat viele seiner Bilder im Archiv. Bevorzugt zuhause bin ich in der zeitgenössischen Kunst. Generell werden Künstler von uns zu Ausstellungen eingeladen.

Welche Ausstellungen kommen als nächstes?

Am Samstag wird eine Ausstellung mit dem Weilheimer Künstler Rainer Grübner eröffnet, ergänzt durch einen Vortrag. Und im Mai wird mit Fotografien von Esther Hagenmaier aus Ulm moderne Architektur in barocken Räumen zu sehen sein. Im Mittelpunkt stehen Bauten von Walter Maria Förderer, über den ich meine Abschlussarbeit geschrieben habe. Deshalb werde ich als Ergänzung auch einen Bildvortrag über ihn halten.