Waldshut-Tiengen Foto-Ausstellung über das evangelische Leben in Waldshut

Die neue Ausstellung in der Alten Metzig zeigt Bilder aus dem Nachlass des Fotoateliers Bach. Anschauliche Dokumente über eine Minderheit.

Was für ein dokumentarischer Schatz: 2007 erhielt die Stadt Waldshut den gesamten fotografischen Nachlass des Fotoateliers Bach, das von 1919 bis 1982 in der Kaiserstraße sein Geschäft betrieb.

Stadtarchivar Ingo Donnhauser hat diese Sammlung geordnet, digitalisiert und mit Unterstützung des Fördervereins Museum Alte Metzig (mit dem Vorsitzenden Hans Mies) und Alt Waldshut sowie der Stadt jetzt eine erste Ausstellung konzipiert mit dem Titel „Gestaltende Minderheit – Evangelisches Leben in Waldshut im Spiegel von Foto Bach“. „Die gezeigten Werke sollen eine Erinnerungsstütze für die Älteren und ein historisches Dokument für die Jüngeren sein“, so Donnhauser bei der Vernissage vor rund 50 Besuchern in der Alten Metzig. Diese Ausstellung soll aber erst der Auftakt zu einer ganzen Reihe von weiteren Ausstellungen zum Leben in Waldshut sein.

Es gibt viel zu sehen und zu lesen: etwa ein Kirchenfenster aus der Alten Kirche, herrlich alte Fotoapparate aus der Zeit um 1900, die vom Fotoatelier Haine aus St. Blasien zur Verfügung gestellt wurden sowie ausführliche Texttafeln, anschaulich „untermalt“ von viel Bildmaterial. Wohl mancher der Besucher dürfte hier bekannte Gesichter entdeckt haben. Im historischen Rückblick erfährt man von der Entwicklung der evangelischen Gemeinde, die seit dem 19. Jahrhundert in der Stadt ansässig wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Flüchtlinge stark anwuchs. Zunächst durften sie ab 1859 die Spitalkapelle nutzen, erhielten dann aber ab 1884 eine eigene Kirche, die Alte Kirche – vielen der Besucher noch bekannt – die erst 1976 abgerissen wurde wegen des Neubaus der heutigen Versöhnungskirche.

Dazu erfährt man von zahlreichen Bauwerken und Institutionen, die das Leben in Waldshut mitprägten, der Pflege oder Kindererziehung dienten, aber auch für Geselligkeit und Glanz sorgten: das alte Gemeindehaus, das Wichernhaus, der evangelische Kindergarten und das Altenheim Matthias-Claudius, das in diesem Jahr seinen Neubau feiert. Auch frühere Pfarrer werden gewürdigt, etwa August Winneker (1869 bis 1956), Otto Kopp (1909 bis 1944) oder Kurt Kistner (1910 bis 1967). Ingo Donnhauser gab bei seiner Einführung auch vertiefte Anregungen zur theologischen Sicht dieser Bilder und Dokumente. Und OB Philipp Frank fasste es in seinem Grußwort so zusammen: „Von der evangelischen Minderheit kam eine sehr starke Ausstrahlung in die Stadt.“

Infos: Die Ausstellung ist bis 5. November dienstags von 16.30 bis 19 Uhr und sonntags von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet. Am 31. Oktober hält Wolfgang Wolpert einen Vortrag zum Thema „Reformation in Waldshut“.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Außergewöhnliche Geschenkideen für Ihre Liebsten
Neu aus diesem Ressort
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren