Gestern, am 11.11., war es wieder soweit: Die Narrenzunft 1503 Tiengen feierte mit ihren Gruppen gut gelaunt und mit dampfender Mehlsuppe den Start in die fünfte Jahreszeit. Um 11.11 Uhr verschaffte sich Zunftmeister Ralf Siebold im Gasthaus Linde mit einem kräftigen Schütteln der Glocke das Wort und führte hinfort schlagfertig durch die „Sitzung“. Es ging wie immer hoch her. Ein Muss für die Gäste war wie jedes Jahr, sich eine kräftige Brise Schnupftabak in die Nase zu ziehen. Dies blieb auch extrem Widerspenstigsten wie etwa Sparkassendirektorin Silvia Knöpfle, nicht erspart. Zu den Gästen der Narrenzunft Tiengen zählte neben dem „Volkszins“, sprich Vertretern von Sparkasse und Volksbank, die Surianergemeinde Tiengen und erstmals auch Oberbürgermeister Philipp Frank. „Der von Schwimmbadplänen geplagte und Spitalgeschädigte“ – wie ihn Zunftmeister Ralf Siebold begrüßte – hatte auch ein Geschenk mitgebracht. Der OB überreichte dem Zunftmeister ein noch leeres Sparschaf, das er nächstes Jahr zu gleicher Stunde prall gefüllt wieder abholen will. „Ihr braucht einen Trump, ich bin aber leider nur ein Frank und habe keine Milliarden im Sack“, sagte der OB. Die Narrenzunft ließ sich ihrerseits nicht lumpen. Bananenbäume an jeder städtischen Ecke wertet sie als untrügliches Zeichen für den Weg Waldshut-Tiengens in die Bananenrepublik und deshalb gab es für den OB ein Bündel Bananen. In diesem Stil mit wechselnden Personen ging es Schlag auf Schlag.

Zwischendurch spielte Urban aus Grießen auf, der Robbie Williams vom Klettgau, wie Zunftmeister Siebold ihn vorstellte. Geschenke ohne jeden Hintergedanken gab es für Narrenmutter Heidi Maier. Surianerchef Matthias Harnau und Kurt Reckermann im Namen der Aktionsgemeinschaft, überreichten ihr Blumen. Zuvor hatte die Narrenmutter noch zu einem kurzen Innehalten im Gedenken an Kurt Benda aufgerufen. Nach dem Motto, je später, desto schöner die Gäste ließ sich gegen Ende der „Sitzung“ auch noch der scheidende Pfarrer Rainer Stockburger blicken und durfte einen Sack, „prall gefüllt“ mit Erinnerungen an vergangene Zeiten, in Empfang nehmen. Während alle einträchtig ihre Mehlsuppe schlürften, hielt Rainer Stockburger eine engagierte Abschiedsrede und danach gab Urban „So ein Tag so schön wie heute, der dürfte nie vergehen“, zum Besten.

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