An der Einfahrt stand OB Martin Albers. Mit Praline und Handschlag begrüßte er am 1. Dezember vor 25 Jahren die ersten Benutzer der neuen Tiefgarage am Waldshuter Viehmarktplatz. Wer zögerte, weil an dem Bauwerk noch jeder Hinweis auf die Parkmöglichkeit fehlte, wurde ermunternd heran gewunken: Hinein ins neue Parkvergnügen, „heute und an den nächsten Tagen kostenlos“.

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Der Nulltarif während der ersten Eröffnungstage rundete den positiven Eindruck ab, den dieses Bauprojekt in Waldshut bisher hinterlassen hatte. Denn pünktlicher als die Tiefgarage war in der Neuzeit der Waldshuter Baugeschichte noch kein Bau in der Innenstadt fertig geworden. 13 Monate lang registrierten die Bauzaungucker staunend, was da am Viehmarktplatz aus einer Baugrube gestampft wurde, in der 50 Einfamilienhäuser Platz gefunden hätten. Mit ihrem Partner, der „Immobiliare Serena“, hatte die Stadt als Bauherrin einen guten Griff getan. Da waren Profis am Werk, die ihrerseits echte Bauprofis engagierten. Und die gingen mit einem Tempo und einer Präzision ans Werk, wie man es in Waldshut bis dahin nur selten gewohnt war.

Das Parkhaus am Viehmarktplatz in Waldshut wurde vor 25 Jahren eröffnet.
Das Parkhaus am Viehmarktplatz in Waldshut wurde vor 25 Jahren eröffnet. | Bild: Schlichter, Juliane

Ein Glücksfall auch, dass das Parkprojekt, das als Filetstück der Waldshuter Altstadtsanierung galt, gerade noch fünf vor zwölf in die Finanzpläne der Stadt und ihrer Zuschussgeber von Bund und Land gepasst hatte. Denn inzwischen plünderten die finanziellen Lasten der Wiedervereinigung und die erschwerend hinzugekommene Rezession die öffentlichen Kassen. Von nun an waren solche Großprojekte für die Stadt für lange Zeit passé.

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„Da kann ich jetzt vor lauter Freude das Hallelujah rückwärts aufsagen, endlich wieder ein Parkplatz am Spital“, sagte bei der kostenlosen Einfahrt am 1. Dezember 1994 eine Krankenhausbesucherin zu dem an der Einfahrt stehenden Martin Albers. Lobend wie sie äußerten sich die meisten Autofahrer über die Tiefgarage. Mancher machte auch nur eine Rundfahrt über die drei Parkdecks, ein Schnupperkurs zum Ansehen. Und selbst ein Radfahrer wurde in der neuen Katakombe des Automobils gesichtet.