Als im Januar 2018 die Auflösung des zuletzt nur noch rund zehn aktive Mitglieder zählenden Waldshuter Gesangsvereins Frohsinn beschlossen wurde, ging eine Ära zu Ende. Wehmütig blickten nun Ursula Preiß, ehemalige stellvertretende Vorsitzende und nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Gerhard Tondar im Januar 2016 dessen kommissarische Nachfolgerin, und ihr Ehemann Hansjörg noch einmal zurück. Anlass war ein Termin im Stadtarchiv.

Verlust für das kulturelle Leben

Dort übergaben sie den Nachlass des Vereins an Archivar Ingo Donnhauser. Als „großen Verlust für das kulturelle Leben in Waldshut“ bewerten die Eheleute Preiß die Einstellung der Vereinstätigkeiten. Dies schreibt das Stadtarchiv in einer Pressemitteilung. Der „Frohsinn“ war 1897 gegründet worden. Er verstand sich, so erzählen es die Beiden, als denjenigen unter den beiden Waldshuter Chören, der eher die „einfacheren Leute“ angesprochen habe – zunächst ausschließlich Männer.

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Die zum Schluss noch aktiven Mitglieder, zu denen auch Alois (langjähriger Vorsitzender und Dirigent) und Ursula Duffner (Kassiererin), Schriftführerin Antonia Gremmelspacher und das Ehepaar Hans-Peter und Gerlinde Fröhlich zählen, singen inzwischen nur noch privat für sich. Der umfangreiche Vereinsnachlass ist auf Initiative des Ehepaars Preiß nun in die Hände des Stadtarchivs übergegangen. „Sehr froh“ seien sie darüber, dass die zum Teil aus der Frühzeit des „Frohsinns“ stammenden Unterlagen dadurch gesichert sind und für die Benutzung durch die Öffentlichkeit bereitstehen.

Würdigung für die Arbeit

Oberbürgermeister Philipp Frank würdigte bei der Übergabe der Unterlagen des Vereins die über ein Jahrhundert andauernde Arbeit des Chors und bedauerte dessen Ende, zeigte sich jedoch erleichtert, dass das kulturelle Erbe des Frohsinns der Stadt und ihren Bürgern erhalten bleibe.

Öffnung für Jedermann

Im Januar 2019 wurden die ersten Sichtungen durch Stadtarchivar Ingo Donnhauser in den alten Vereinsräumen im Kornhaus vorgenommen, mittlerweile ist der Bestand „Frohsinn“ komplett bearbeitet und erschlossen. Er umfasst 37 Einheiten, darunter Fotosammlungen, Protokolle, Mitgliederlisten, Chroniken und allerlei Schriftwechsel aus 13 Jahrzehnten. Dazu zählt unter anderem auch die Pflege der Städtepartnerschaften.

Der Besuch: Der Bestand steht allen Interessierten ab sofort im Stadtarchiv Waldshut-Tiengen zur Einsicht zur Verfügung. Öffnungszeiten der Räume in der Waldshuter Wallstraße 26 (bei der Tourist-Info): Dienstag, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr, sowie nach Vereinbarung.