Klettgau Elisabethenverein Erzingen steht vor dem Aus

Über die Auflösung des Vereins entscheidet die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 16. November. Die Hauptgründe für die mögliche Auflösung sind Überalterung und fehlende Neuzugänge.

Nur ein Wunder kann den Erzinger Elisabethenverein noch retten. Für den morgigen Donnerstag, 16. November, 20 Uhr hat der Vorstand die Mitglieder zusammengerufen, um über die Auflösung des Vereines zu entscheiden. Zwei Drittel der Mitglieder müssen für die Auflösung stimmen, dann ist dieser traditionsreiche Verein Geschichte.

"Überalterung und keine nachkommenden aktiven Mitglieder, das sind die Gründe für die anstehende Auflösung. Wir setzen nun den Schlusspunkt, den haben wir schon lange vor uns her geschoben", betont Martina Grieshaber. Sie und Ulrike Eschbach teilen sich den Posten des Vorsitzes.

Im Juli dieses Jahres wurde eine letzte Anstrengung zur Rettung unternommen, um mittels Flyer und Informationsveranstaltung neue aktive Mitglieder zu gewinnen – erfolglos. 370 Mitglieder zählt der Verein, die Arbeit machen aber nur wenige, in der Regel die Frauen im Vorstand. Am 12. Januar 1936 wurde der Verein in Erzingen gegründet. "Die planmäßige Ausübung der katholischen Liebestätigkeit" in der Pfarrgemeinde Erzingen war laut Satzung das erklärte Ziel. Mitglied konnte jede im "Kirchspiel lebende Frau oder Jungfrau" werden.

Die Aufgaben waren die Unterhaltung einer Krankenpflegestation für ambulante Krankenpflege, der Unterhalt einer Kleinkinderschule sowie die Weiterbildung der weiblichen Jugend in Näh- und Handarbeiten, das Abhalten von Lehrkursen für Mitglieder für ihre hausfrauliche und mütterliche Aufgabe. Kraft seines Amtes war der Pfarrer der Vorsitzende. So altertümlich sich das heute anhört, damals erfüllte der Elisabethenverein wichtige, soziale Aufgaben im Dorf. Im Laufe der Jahrzehnte kristallisierte sich der Schwerpunkt "Seniorenarbeit" heraus sowie die Förderung der hiesigen Sozialstation. Seniorengottesdienste, Bewirtung bei kirchlichen Anlässen, Vorträge, Seniorennachmittage und anderes mehr meisterten einige wenige Frauen.

In den vergangenen Jahren nun hat sich der Verein sang- und klanglos mangels aktiver Mitglieder aus der Gemeinde zurückgezogen. Der Altentag war für die wenigen aktiven Frauen nicht mehr zu stemmen, der Helferkreis, der alten Menschen kostenlos Fahrdienste anbot, Krankenbesuche machte, Einkäufe erledigte und anderes mehr, musste eingestellt werden. Die Handarbeitsgruppe gibt es noch, sie wird als einzige, sollte der Verein aufgelöst werden, weitergeführt.

"Vermutlich haben wir es versäumt, die alten Zöpfe rechtzeitig abzuschneiden", räumt die Rechnerin Ria Leute ein. Auch die Vorsitzende Martina Grieshaber bedauert diese Entwicklung: "Es ist sehr schade, die Senioren haben unsere Arbeit sehr geschätzt."

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