Vor Kurzem versprach mein abendlicher Einkauf bei Rewe in Waldshut Hochspannung. Wie ich so über den Parkplatz schlenderte, drängte sich plötzlich ein Polizei-Bus in mein Blickfeld.

Zwei Beamte in schusssicheren Westen stiegen aus, griffen kurz an das Pistolenhalfter und verschwanden schnurstracks im Eingang des Einkaufsmarktes. Oha – würde ich gleich Zeuge eines gescheiterten Raubüberfalls werden? Oder hat jemand eine Kassiererin als Geisel genommen, um Sonderrabatte auf kalte Getränke zu erpressen?

Also vielleicht doch besser mal abwarten, ob nicht gleich ein Schusswechsel die betuliche Einkaufs-Atmosphäre ins Dramatische kippen lässt. Aber schnell gewann die journalistische Neugier die Oberhand. Also rein in den Markt und die Lage checken. Doch drinnen von den Polizisten keine Spur.

Okay, war wohl doch nur ein Ladendiebstahl, der ohne Spektakel im Büro des Marktleiters geregelt wird. Mit Melone und isotonischen Getränken komme ich keine zwei Minuten später an die Kasse – und da waren sie, meine beiden leicht gepanzerten Ordnungshüter. Während der Jüngere eine Familienpackung Eiscreme bezahlte, stand der Kollege eiskalt hinter der Kasse und sicherte den korrekten Bargeldfluss ab.

Naja, war wohl nix mit dem Sensations-Bericht à la "Blutiger Freitag". Aber für diese Glosse hat's Gottseidank gereicht...