Die Sommerferien sind wieder zu Ende und Susanne Buhl hat, neben ihren Alltags-Aufgaben im Kindergarten Tiengen, alle Hände voll zu tun mit dem anstehenden, alljährlichen Kinder-Second-Hand-Verkauf. Kurz vor unserem Gespräch ist sie noch schwer beschäftigt mit Vorbereitungen für den Basar. Sie habe gerade noch mit einer Verkäuferin am Telefon gesprochen, erzählt sie. Susanne Buhl ist seit März 2017 Leiterin des evangelischen Kindergartens in Tiengen und verantwortlich für die Organisation des Herbst- und Winter-Basars, der am 14. September im evangelischen Gemeindehaus in Tiengen stattfinden wird. „Den Basar gibt es schon seit 30 bis 35 Jahren“, erinnert sie sich. „Damals war das etwas ganz Besonderes und noch ganz neu.“

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Wie genau die Idee zu dieser Veranstaltung entstanden ist, weiß sie nicht, vermutlich ging es jedoch schon damals vor allem darum, Eltern den Zugang zu preisgünstiger, aber doch guter Kinderkleidung zu ermöglichen. Heute werden neben Kinderbekleidung von Größe 50 bis Größe 170/176 auch Spielsachen, Bücher, Skihelme, Fahrräder und viele Dinge mehr rund um das Kind verkauft. Früher hätten sie den Basar sogar zweimal im Jahr veranstaltet, erzählt Susanne Buhl, einmal im März einen Frühlings- und Sommerbasar und dann im September den Herbst- und Winterbasar. Vor zwei Jahren sei dann jedoch der Entschluss gefallen, den Verkauf im März nicht mehr zu organisieren, da er sich auf Grund von zu geringer Nachfrage einfach nicht mehr rentiere.

Höhere Nachfrage nach Wintersachen

Susanne Buhl meint, das läge daran, dass Sommersachen generell günstiger zu erwerben seien. „Wenn die Leute bei H&M für fünf Euro ein Kinder-T-Shirt neu kaufen können, dann möchten sie das gleiche oder mehr Geld nicht für gebrauchte, dafür oft aber qualitativ bessere Ware ausgeben.“ Wintersachen, wie Mäntel und Schuhe, aber auch Ski und Skihelme sind dagegen deutlich teurer und die Nachfrage an gebrauchten Artikeln somit größer.

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„Um 9.30 Uhr sammeln sich am Samstag gewöhnlich die ersten Kunden vor der Tür zum Gemeindehaus. Bis wir dann um 10 Uhr die Türe öffnen, hat sich meist schon eine Schlange gebildet“, erzählt die Kindergarten-Leiterin. Aktuell seien schon 48 Verkäufer zum Basar angemeldet. Da die Ware jedoch nicht von den Privatpersonen, sondern durch ein Team von Freiwilligen verkauft wird, gehen 20 Prozent des Erlöses jedes einzelnen Verkäufers an den Kindergarten. Somit könne der Basar in guten Jahren 800 bis 1000 Euro für ihre Einrichtung einspielen, erklärt Leiterin Susanne Buhl.

Aufwand für den Basar ist groß

Dennoch sei das Team am Überlegen, ob sich der große Aufwand rentiere. Schon Wochen vorher müsse so viel organisiert werden – von Werbeflyern, über die Verteilung von Verkäufernummern und Artikellisten, bis hin zum Auf-und Abbau des Basars. Ein großes Problem seien dabei die fehlenden, freiwilligen Helfer. Das Kindergarten-Team besteht aus sechs Leuten, zusätzlich helfen deren Familienmitglieder, die Pfarrsekretärinnen sowie vor allem Eltern ehemaliger Kinder, die sich schon seit Jahren für den Basar engagieren.

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Die wenigsten Helfer seien dagegen Eltern, deren Kinder aktuell im Kindergarten sind, meint Susanne Buhl. Für die Zukunft spiele man deshalb trotz allem mit dem Gedanken, ob sich der Basar bei dem großen Zeitaufwand noch lohne oder ob es nicht doch andere Alternativen gäbe, um Geld für den Kindergarten einzunehmen.